Fechten

Heidemann und Co. schaffen Olympia-Qualifikation

Olympiasiegerin Britta Heidemann strahlte bei der Siegerehrung über beide Ohren, Imke Duplitzer schnaufte erst mal tief durch:

Als ein Jahr voller Rückschläge, Verletzungen und Enttäuschungen in allerletzter Sekunde doch noch mit der geglückten Olympia-Qualifikation endete, wich bei den deutschen Degendamen die Anspannung der Freude und Erleichterung.

„Geil, dass wir es geschafft haben!", sagte Heidemann dem Sport-Informations-Dienst (SID) überglücklich: „Wir haben alle sehr gut gefochten und uns super ergänzt. Das Gefecht um Platz drei war für uns wie ein olympisches Finale. Jetzt wird aber erst mal gefeiert."

Wenige Minuten zuvor hatte das deutschen Damendegenteam mit Heidemann (Leverkusen), der zweimaligen Europameisterin Duplitzer (Bonn) sowie den Heidenheimerinnen Monika Sozanska und Ricarda Multerer beim letzten Qualifikationsturnier im französischen St. Maur Platz drei belegt und somit das fast schon nicht mehr für möglich gehaltene London-Ticket gelöst. Gleich vier direkte Konkurrentinnen ließen die Deutschen bei ihrer Aufholjagd hinter sich. „Wir haben bewiesen, dass wir nach London gehören", sagte Heidemann.

„Das war ein großartiger Tag der Mädels. Sie haben alle noch mal entschlossen gefochten und um ihre letzte Chance gekämpft", sagte DFeB-Sportdirektor Manfred Kaspar. Lediglich das Olympia-Aus für die deutschen Florettfechterinnen trübte die Freude ein bisschen. Sie kamen beim Weltcup in Budapest nicht über das Viertelfinale hinaus und dürfen nicht in London starten.

Damit kämpfen in der britischen Hauptstadt neben den Degendamen noch die Florettfechter um Olympiasieger Benjamin Kleibrink und die Säbelherren um Vize-Weltmeister Nicolas Limbach in den Team- und Einzelwettbewerben um Medaillen. Zudem sind die deutsche Florettmeisterin Carolin Golubytskyi (Tauberbischofsheim) und Degen-Europameister Jörg Fiedler (Leipzig) im Einzel sicher in London dabei.

Der Tag in St. Maur hatte für das Degenteam bereits optimal begonnen. Im Achtelfinale besiegten sie den direkten Konkurrenten Ukraine - gleichzeitig verloren die bis vor dem letzten Turnier auf dem Quali-Platz stehenden Franzosen bereits früh. Und auch die anderen Mitbewerber um das London-Ticket schieden nach und nach aus - die Chancen für das deutsche Team wuchsen mit jedem Gefecht. Nach dem 25:22-Viertelfinalsieg gegen Welt- und Europameister Rumänien verloren die Deutschen jedoch denkbar knapp 23:24 gegen Russland im sudden death - und das Zittern und Rechnen begann. „Da haben wir alle nicht gewusst, ob es noch reichen kann oder nicht", sagte Heidemann: „Das war mental schon sehr anstrengend." Doch am Ende konnte die Mannschaft ihre Medaillen und Blumensträuße bei der Siegerehrung glücklich in Empfang nehmen.

Damit endete für die Vertreterinnen der deutschen Paradewaffe ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Gleich mehrere Verletzungen hatten das Team zurückgeworfen. Vor dem letzten Weltcup-Turnier standen die Chancen auf die Qualifikation gering. Im gesamten Qualifikationszeitraum hatten sie nur bei der WM in Catania das Halbfinale erreicht.