Golf

Superstar Tiger Woods mit dem Fehlschlag des Jahres

Beim Einladungsturnier von Arnold Palmer landete ein Schlag von Tiger Woods fast im Swimmingpool eines Hauses neben dem Golfplatz.

Foto: AFP

Mit schlechten Schlägen hatte Tiger Woods zuletzt mehr zu kämpfen als je zuvor in seiner Karriere. An einen so kapitalen Fehlschlag wie an Loch 15 des Bay-Hill-Golfplatzes am dritten Tag des Arnold-Palmer-Invitational-Turniers kann er sich vermutlich aber selbst nicht mehr erinnern. Allerdings gab es eine gute Erklärung dafür.

Seit heraus kam, dass der einst beste Golfer der Welt seine Ehefrau systematisch betrogen hatte, ist seine vorher so märchenhafte Karriere ins Straucheln geraten. Zuletzt quälte sich Woods mit Verletzungen und mäßigen Ergebnissen herum. Zuletzt musste er vor zwei Wochen in Doral sogar ein Turnier abbrechen, weil die Achillessehne zwickte. Zudem nervte ihn sein Ex-Trainer Hank Haney mit einem Buch, dass einige halbspannende Enthüllungen über Tiger Woods enthielt.


Ein Schrei in der Stille

Nun scheint er zurück in der Erfolgsspur zu sein. Auf dem Einladungsturnier der Golflegende Arnold Palmer führte er souverän, bis er am Samstag auf die 15. kam, einem 392 Meter langen Par-4-Loch, dessen Spielbahn einen Knick (ein sogenanntes "Dogleg") nach rechts macht. Der Tiger teete auf, schwang auf und wollte den Ball mit dem Driver gerade das Fairway hinunter schicken, als ein Schrei die Stille zerriss. Ein 18-Jähriger war in der Nähe ohnmächtig geworden, eine Frau hatte dies beobachtet und geschrien.

Woods, gerade mitten im Abschwung, verdrehte erschrocken die Schlagfläche, was für seinen Ball eine gewaltige Linkskurve, einen "Hook", zur Folge hatte. Die weiße Plastikkugel segelte über Zäune und Bäume, bis er im Hinterhof eines Hauses einschlug – fast sogar im Swimmingpool.

Der Ball war allerdings "out of bounds", also im Aus. Immerhin wurde niemand verletzt. Für die Besitzer des Hauses war es sogar ein freudiges Ereignis: Die Familie scharte sich um Woods’ Ball und machte Erinnerungsfotos.


Woods konnte nicht mehr abbrechen

"Ich habe den Schrei gehört und wollte den Schlag noch abbrechen, hatte aber schon den "Point of no return" überschritten", sagte Woods. Er teete erneut auf und beendete das Loch mit einem Doppelbogey. Allerdings ließ sich die ehemalige Nummer eins der Welt davon nicht aus dem Rhythmus bringen.

Er spielte am nächsten Loch ein Birdie (inklusive Bunkerschlag) und konnte sich für die dritte Runde immerhin noch 71 Schläge auf dem Par-72-Kurs notieren. Damit führt Woods (-11) vor dem Finaltag mit einem Schlag vor Graeme McDowell (-10). Ian Poulter und Ernie Els (beide -8) liegen auf der Lauer.