Erster Pokalfinalist

Dortmunds Psyche ist stärker als jede Krise

Im Pokal-Halbfinale bei der SpVgg Greuther Fürth erzwang Borussia Dortmund das Glück. Das Team ist nicht nur physisch, sondern auch psychisch extrem stark.

Es sind vermeintliche Kleinigkeiten, die einen wesentlichen Teil des Erfolgs von Borussia Dortmund erklären. Und sie zeigen sich vor allem in Phasen, in denen die Mannschaft von Jürgen Klopp eine gewisse kreative Krise durchlebt.

Das Halbfinale im DFB-Pokal beim Zweitliga-Spitzenreiter Greuther Fürth war so ein Spiel, in dem der Ball nicht so geschmeidig durch die eigenen Reihen laufen wollte. In dem die überfallartigen Angriffe, für die der BVB eigentlich bekannt ist, oft einfallslos waren, so dass sie für den Gegner in der Regel recht einfach zu durchschauen waren.

Und es war sicher auch glücklich, dass der Schuss von Ilkay Gündogan in der Schlussminute der Verlängerung vom Pfosten nicht ins Feld zurücksprang, sondern an den Rücken des Fürther Keepers Fejzic und vor dort ins Tor.

Doch besonders homogene und selbstbewusste Teams können tatsächlich bis zu einem gewissen Grat Glück erzwingen. Egal wie mühsam (und auch fehlerhaft) der Spielaufbau und wie wenig effizient die Chancenverwertung war – es gab über 120 Minuten weder gegenseitige Schuldzuweisung noch den geringsten Anflug von Selbstzweifeln. Keine hängenden Schultern, keine Geste der Verzweiflung.

Die Mannschaft ist nicht nur physisch, sondern auch psychisch extrem stark. Sie kann Schwächeperioden deshalb besser überstehen als andere Teams und Ergebniskrisen vermeiden oder zumindest abschwächen. Schon die letzten drei Bundesliga-Spiele gegen Mainz, in Augsburg und gegen ein extrem ersatzgeschwächtes Werder Bremen waren spielerisch durchwachsen – doch die Ausbeute stimmte trotzdem: Dortmund holte sieben Punkte.

Verfolger Bayern München, der zu Rückrundenbeginn vergleichbare Probleme hatte, hatte es damals ungleich schwerer, trotzdem noch positive Ergebnisse einzufahren – die Spieler gerieten in die Kritik, der Trainer wurde hinterfragt, eine Menge Druck aufgebaut. Es nicht leicht, unter diesen Umständen trotzdem zumindest einigermaßen stabile Leistungen abzuliefern.

Die Dortmunder holen zurzeit wirklich nicht die Sterne vom Himmel. Der Fußball, den sie zurzeit spielen, ist nicht so gut wie der Bayern. Wenn man so will, ist es eine kleine Krise. Doch der Einzug ins Pokalfinale und der Blick auf die Bundesliga-Tabelle belegen, dass es die eigentlich gar nicht gibt.