Ab ins Reich der Mitte

Barrios verlässt Dortmund wohl in Richtung China

Die chinesische Liga lockt Fußballer mit den Millionen ihrer schwerreichen Mäzene. Der Dortmunder Welttorjäger Lucas Barrios soll dem Reiz erlegen sein.

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Der ehemalige Welttorjäger Lucas Barrios wird den deutschen Fußball-Meister Borussia Dortmund im Sommer verlassen und zum chinesischen Erstligisten Guangzhou Evergrande FC wechseln. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Die Ablöse für den 27-Jährigen soll bei rund 12 Millionen Euro liegen. Barrios soll bereits in China einen Vier-Jahres-Vertrag unterschrieben haben.

Sattes Gehalt statt Karriere

Der Welttorjäger von 2008 entscheidet sich damit für das Geld und gegen die Karriere. DIe chinesische Liga hat weltweit kaum Bedeutung. Barrios soll pro Jahr 6,7 Millionen Euro kassieren. Eigentümer des Klubs ist der chinesische Immobilien-Miliardär Xu Jiayin. Der soll laut "Bild" angekündigt haben, in diesem Jahr 75 Millionen Euro in seinen verein zu investieren.

Lewandowski machte ihm Stammplatz streitig

„La Pantera“ hatte nach einer Verletzung seinen Stammplatz in Dortmund an den Polen Robert Lewandowski verloren und bereits in der Winterpause mit einem Wechsel geliebäugelt. Barrios war 2009 vom chilenischen Top-Klub CSD Colo-Colo zum BVB gewechselt.

Strafe für Fankrawalle

Ein kleiner Teil des Geldes aus dem Barrios-Transfer wird der BVB für das Fehlverhalten seiner Fans aufwenden müssen. Gleich in vier Fälle von „unsportlichem Verhalten" hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Dortmunder zu einer Geldstrafe von insgesamt 20.000 Euro verurteilt. Der Verein hat dem damit rechtskräftigen Urteil bereits zugestimmt.

Vor Beginn der zweiten Spielhälfte der Bundesligapartie beim SC Freiburg am 17. Dezember war im Dortmunder Zuschauerblock Bengalisches Feuer abgebrannt worden. Während der Verlängerung des DFB-Pokalspiels bei Fortuna Düsseldorf am 20. Dezember hatte es aus dem Dortmunder Zuschauerblock einen Bierbecherwurf Richtung Eckfahne gegeben.

Homophobie - Klub distanziert sich

Ebenfalls auf uneinsichtige BVB-Fans gingen die beiden anderen Fälle zurück. In der 66. Minute der Erstligabegegnung bei Hertha BSC am 18. Februar war im Dortmunder Block ein Kanonenschlag gezündet worden. Zuletzt zeigten Dortmunder Zuschauer während des Heimspiels gegen Werder Bremen am vergangenen Samstag ein homophobes Banner. Der Klub hatte sich hiervon distanziert.

Klopp: Kampfansage an Bayern

Unterdessen hat Trainer Jürgen Klopp sich mit Blick auf den Saisonhöhepunkt im Pokalfinale gegen Bayern München am 12. Mai offensiver als gewohnt geäußert. „Da man uns nachsagt, wir tun uns sonst schwer mit Kampfansagen, sage ich diesmal: Wir wollen sie schlagen! Ganz bestimmt“, sagte Klopp mit einem Augenzwinkern. „Und wir wissen, dass es nicht leicht wird.“

Klopp hält die Paarung Tabellenführer gegen Verfolger für eine Idealbesetzung. „Nummer eins und zwei in der Liga, Dortmund gegen Bayern - wäre ich neutraler Beobachter, würde ich sagen, das klingt angemessen“, sagte Klopp. Das Duell klinge „so gut, wie es wahrscheinlich auch wird“.