Mehr Macht für Babbel

Hoffenheim entlässt seinen Manager Ernst Tanner

Ernst Tanner ist nicht länger Manager von 1899 Hoffenheim. Der Verein kündigte ihm seinen Vertrag. Als Nachfolger ist der Ex-Schalke-Manager Andreas Müller im Gespräch.

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Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat sich von Manager Ernst Tanner getrennt. "Die TSG 1899 Hoffenheim und Manager Ernst Tanner beenden ihre Zusammenarbeit mit dem heutigen Tag. Der Vertrag des Geschäftsführers und sportlichen Leiters wurde einvernehmlich aufgelöst", teilten der Tabellen-12. aus Nordbaden mit.

Die Aufgaben Tanners und damit auch die Planung für die neue Saison soll Cheftrainer Markus Babbel übernehmen, hieß es weiter. Nach Angaben von Mäzen Dietmar Hopp liegen die Gründe in "einer zu unterschiedlichen Auffassung über die zukünftige Ausrichtung der sportlichen Abteilung".

Noch bei der turnusgemäßen Pressekonferenz hatte Babbel zu entsprechenden Fragen gesagt: "Das ist ein normales Mit- und Gegeneinander. Ich habe keine Probleme mit ihm." Tanner hatte in den vergangenen Monaten bei Hopp sichtlich an Rückhalt verloren: Schon bei der Entlassung von Trainer Holger Stanislawski im Februar soll der Milliardär die treibende Kraft gewesen sein.

Er leistete sich zwei millionenteure Flops

Zudem gab es auch unterschiedliche Meinungen bei Transfers und bei der Perspektive des Clubs: Hopp verfolgt einen rigiden Sparkurs, der die Mannschaft unter anderem nach dem Abgang von Torjäger Vedad Ibisevic zum VfB Stuttgart schwächte.

Der Manager wieder leistete sich mit der Verpflichtung von Ex-Coach Marco Pezzaiuoli und dem sieben Millionen Euro teuren niederländischen Stürmer Ryan Babbel zwei Flops. Der 45-jährige Tanner, zuvor Nachwuchskoordinator bei 1860 München, war 2010 als Nachfolger von Jan Schindelmeiser zum Emporkömmling Hoffenheim gekommen und hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014. Er war gerade erst von einer USA-Reise zurückgekommen, wollte das Gespräch mit Hopp suchen und hatte gesagt: "Ich denke gar nicht an einen Rücktritt."

Mehr Macht dem Trainer

Als Tanners Nachfolger ist unter anderem der frühere Schalke-Manager Andreas Müller im Gespräch. Der Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt, so Hopp, sei notwendig, um handlungsfähig zu bleiben und anstehende Transfers für die kommende Saison mit ausreichend zeitlichem Spielraum angehen zu können.

Trainer Babbel, der erst einen Sieg mit seinem neuen Club gefeiert hat und sogar um den Klassenerhalt bangen muss, ist nun mit mehr Macht ausgestattet. "Wir werden nicht die komplette Mannschaft umkrempeln, sondern sie nur punktuell verstärken. Ich bin sicher, dass wir mit einer Bündelung der Kräfte die laufende Spielzeit zufriedenstellend beenden und zuversichtlich sowie stark aufgestellt in die neue Saison gehen können", kündigte er an.

Tanner meinte in der Presseerklärung: "Ich hatte drei spannende und ereignisreiche Jahre hier, die ich nicht missen möchte. Wir haben in der Zeit viele Weichen für die Zukunft stellen können. Darauf bin ich stolz."