"Auszeit"

Dortmund lernt lächeln und lockt Fußball-Touristen

Japanische Touristenhorden fallen in die Heimatstadt von Borussia Dortmund ein. Sie wandeln auf den Spuren des BVB-Mittelfeldstars Shinji Kagawa. Ein Beispiel, das Schule machen könnte.

Natürlich ist Dortmund für Touristen nicht der Nabel der Welt. Das muss uns klar sein. Kein Wien des Westens und auch kein Neu-Venedig – trotz des Hafens. Dortmund bleibt Dortmund, und wer auf Deutschlandreise geht, der bleibt meist eben nicht lange in Dortmund.

Wer doch so verwegen ist, der kann eine Stadtrundfahrt mit dem Bus machen. Im Angebot ist die „BVB-Extratour“. Bei der können die Touris die „wichtigsten Stationen des Traditionsvereins kennen lernen: Gründungshaus, Dreifaltigkeitskirche, Borsigplatz, Vereinslokale, Spielstätten und vieles mehr“.

Nach eineinhalb Stunden wird ein Imbiss gereicht, größtenteils warm. Bei „Strobels Schranke“ gibt es, wie angepriesen wird „Currywurst mit Pommes Frites, Mayonnaise und Ketchup und ein Kaltgetränk“. Wer jetzt noch nicht weich geworden ist, der könnte mit dem „Höhepunkt der Tour“ geködert werden: „Besichtigung der Dortmunder Arena“. Wirklich wahr.

Die Pauschaltouristen unter uns werden nun nörgeln, dass da Wassergymnastik im Pool des Teams fehlt. Stimmt auch. Aber, wenden wir nun ein, es geht auch ohne. Das Beispiel aus Japan könnte Schule machen. Dort boomen die „Kagawa-Touren“, benannt nach dem Dortmunder Mittelfeldstar Shinji Kagawa.

Für 2500 Euro sind beim Aufenthalt in Dortmund inbegriffen: ein Besuch des Trainings, des BVB-Fanshops und des japanischen Restaurants, in dem Kagawa häufiger Sushi verspeisen soll. Ein Heimspiel wird geboten und auch ein Abstecher an den Phoenix-See ist inklusive, wo Kagawa schon einmal beim Joggen gesichtet wurde. Nach einer Woche heißt es dann: Sayonara, Shinji! Mehr Flair geht nicht.