Pokal in Fürth

Dortmund steht mit Glück und Gündogan im Finale

Ein mühsamer Sieg in Fürth ebnet den Borussen den Weg zum Pokalendspiel in Berlin. Gündogan erzielte das Siegtor in der letzten Minute der Verlängerung.

Borussia Dortmund darf dank eines Last-Minute-Treffers von Ilkay Gündogan weiter vom ersten Double der Vereinsgeschichte träumen. Der Deutsche Meister und Bundesliga-Tabellenführer zog am Dienstagabend mit einem verdienten, aber glanzlosen 1:0 (0:0)-Zittersieg nach Verlängerung beim Zweitliga-Spitzenreiter SpVgg Greuther Fürth ins Endspiel am 12. Mai in Berlin ein. Der Gegner wird an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF und Sky) im zweiten Halbfinale zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München ermittelt. Das Tor von Gündogan in der 120. Minute besiegelte die fünfte Endspiel-Teilnahme des BVB und beendete gleichzeitig die Hoffnungen der Franken in ihrem „Spiel des Lebens“ auf den großen Coup. Die Konzentration der Mannschaft von Trainer Mike Büskens gilt nunmehr dem Aufstieg ins Fußball-Oberhaus. Kurz vor dem entscheidenden Treffer hatte Fürth den Torwart getauscht. Für Max Grün war Max Fejzic gekommen.

„Das Tor war natürlich bitter“

„Wir hatten im Vorfeld des Spiels gesagt, dass wir ihn bringen würden, wenn es auf ein Elfmeterschießen hinauslaufen würde“, sagte Fürths Trainer Mike Büskens nach dem Abpfiff. Der Coach war sichtlich gezeichnet, zollte seiner Mannschaft aber großen Respekt. „Die Mannschaft hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Es ist bitter, dass sie so ausgeschieden ist“, sagte Büskens.

Die Fürther bekamen in dem Pokalspiel bereits einen Eindruck von dem, was sie in Liga eins erwartet. Beide Mannschaften suchten vor 15.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena den schnellsten Weg in die gegnerische Hälfte, Strafraumszenen blieben jedoch zunächst Mangelware. Stattdessen prägten harte Zweikämpfe schon im Mittelfeld die Anfangsphase. Die erste Möglichkeit ergab sich für die Westfalen, als Robert Lewandowski (17.) im letzten Moment vom Fürther Heinrich Schmidtgal am erfolgreichen Torschuss gehindert wurde.

Es war die Phase, in der der zweimalige Pokalsieger (1965 und 1989) aus Dortmund allmählich die Kontrolle übernahm. Die Gastgeber tauchten nur gelegentlich in der Nähe des Strafraums auf, blieben aber ohne Ideen und Durchlagskraft. Wesentlich gefährlicher wirkten die Borussen mit ihren schnellen Angriffen. Doch fehlte es auch beim zweimaligen Cupsieger an der letzten Konsequenz.

Exemplarisch war die Szene in der 31. Minute, als Shinji Kagawa völlig freistehend nach einer Flanke von Lukasz Piszczek aus kurzer Distanz über das Tor köpfte. Am vergangenen Sonnabend hatte der Japaner noch per Kopf den Siegtreffer zum 1:0 gegen Bremen erzielt. Der BVB wurde immer stärker gegen leidenschaftliche kämpfende Fürther, die einige brenzlige Szenen vor der Pause mit Glück überstanden. Mit hohem Kraftaufwand suchten beide Mannschaften die Vorentscheidung. Mit einer Glanzparade klärte Fürths Torhüter Max Grün einen Kopfball von Kevin Großkreutz (49.), wenig später verfehlte Kagawa das Tor erneut nur knapp.

Augenzeuge der Partie in Fürth war übrigens Ralf Rangnick. Der Trainer hatte vor rund sechs Monaten wegen eines Erschöpfungssyndroms seinen Rücktritt als verantwortlicher Coach beim FC Schalke 04 erklärt und im Anschluss auf Stadionbesuche verzichtet. Am Dienstagabend besuchte Rangnick erstmals wieder in Deutschland ein Fußballspiel. „Es geht mir sehr gut. Es ging bei mir in den letzten sechs Monaten darum, mich gesundheitlich und auch körperlich auf Vordermann zu bringen. Das war eigentlich das, womit ich mich hauptsächlich beschäftigt habe“, sagte Rangnick gegenüber „Sky“. Er sei jetzt wieder richtig fit und vor zwei Wochen auch schon mal in England im Stadion gewesen, bei der Partie zwischen Tottenham Hotspur und Manchester United.

Letzter Schuss bringt Entscheidung

Mitte der zweiten Halbzeit legten die Gastgeber zu und sorgten im Dortmunder Strafraum für einige Turbulenzen, so durch zwei Kopfbälle von Top-Torjäger Oliver Occean (61. und 78.), der das BVB-Gehäuse nur um Zentimeter verfehlte. In der Verlängerung sahen die Zuschauer einen offenen Schlagabtausch, der an Dramatik zunahm – und mit einem Tor in der 120. Minute zu Gunsten von Dortmund entschieden wurde.

„Das ist natürlich hart für Fürth. Aber das ist der Sport“, sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Der Coach sprach von einem großartigen Spiel und lobte seine Mannschaft für ihre harte Arbeit. „Wir sind gerade in einer Phase, in der nicht alles so locker und leicht klappt. Um so mehr freue ich mich für die Jungs. Ich mag meine Mannschaft derzeit wirklich sehr.“ Und Torschütze Ilkay Gündogan ergänzte: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das entscheidende Tor geschossen zu haben. Ich freue mich, dass wir im Finale stehen und hoffe, dass es uns nun auch gelingt, den Pokal zu gewinnen.“