Erfolg beim FCK

Schalke 04 festigt den Champions-League-Platz

Die Sieglos-Serie des 1. FC Kaiserslautern geht weiter. Nach der Niederlage gegen Schalke 04 wackelt der Trainerstuhl von Kurz auf dem Betzenberg gewaltig.

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Es sah schon ein wenig nach Abschied aus, als Marco Kurz die Spieler des 1. FC Kaiserslautern am Mittelkreis versammelte.

Die Fans, die sich die 1:4 (1:2)-Demütigung gegen Schalke 04 bis zum Ende angetan hatten, pfiffen sich die Seele aus dem Leib, während der Trainer minutenlang auf die Mannschaft einredete. Kurz danach trauten sich die Spieler trotz 16 Spielen in Folge ohne Sieg in Richtung Westkurve - ohne Marco Kurz .

Durchhalteparolen

Der Trainer zog es vor, in den Kabinengang zu fliehen, wo er umgehend gefragt wurde, ob er glaube, dass er nun seinen Arbeitsplatz verlieren werde. „Darauf kann kein Trainer der Welt in so einer Situation eine Antwort geben“, sagte er konsterniert, „da müssen sie die Verantwortlichen fragen.“

Verantwortlich ist vor allem Stefan Kuntz. Der Klubchef ließ die Zukunft seines Trainers offen. „Marco Kurz ist unser Trainer. Wenn sich daran etwas ändert, werden wir uns melden“, sagte Kuntz: „Wir werden keine Entscheidung aus der Emotion heraus treffen. Wir haben das Recht, in Ruhe zu analysieren.“ Der Vorstandsboss bezeichnte die Pleite allerdings als „Tiefpunkt der Saison.“ Er habe „Enttäuschung, Angst und Wut in sich“, äußerte Kuntz.

Ähnlich ging es Kapitän Christian Tiffert. „Das ist wieder ein ganz bitterer Moment, wir liegen erneut am Boden. Aber es ist noch nichts verloren“, sagte Tiffert, gestand aber ein: „Es ist schwer, jetzt noch den Kopf hochzuheben.“

Es waren die Stürmerstars von Schalke 04, die den FCK in Richtung 2. Liga schossen. Klaas-Jan Huntelaar, Raul und Jefferson Farfan besiegelten die Niederlage des Tabellenschlusslichts, für das es kaum noch Hoffnung gibt. Die Pfälzer haben nun schon fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und stehen vor ihrem dritten Abstieg.

Lewis Holtby (39.), Huntelaar (45.), Raul (51.) und Farfan (81.) trafen für die Schalker, die drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Europa League ihren vierten Tabellenplatz festigten. Der Brasilianer Rodnei hatte den FCK in Führung gebracht (3.).

Das war ein Kraftakt nach unseren schweren Spielen in den vergangenen Tagen“, sagte der überragende Holtby, „wir mussten Vollgas geben, waren aber beflügelt und haben Teamgeist gezeigt. Ein super Kompliment an die Mannschaft.“

Die 49.780 Zuschauer im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion, darunter DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, hatten zunächst nicht lange auf die Führung der Gastgeber warten müssen. Nach einem Freistoß von Tiffert war Rodnei per Kopf zur Stelle. Es war der erste Saisontreffer des Innenverteidigers, der nur spielte, weil Jan Simunek verletzt fehlte. Für Tiffert war es die erste Torvorlage in der laufenden Spielzeit.

Sippel im Tor

Im Tor der Lauterer stand Tobias Sippel. Sippel hatte nach seinen starken Leistungen in den vergangenen beiden Partien den Vorzug vor Stammtorwart Kevin Trapp erhalten. Die Führung gab der Mannschaft von Kurz, der unter Trainer Huub Stevens 1997 den Uefa-Cup mit Schalke gewonnen hatte, allerdings keine Sicherheit. Die Schalker bestimmten das Geschehen.

Die Gäste, die im Europacup-Viertelfinale auf Athletic Bilbao treffen, erarbeiteten sich zunächst aber keine klaren Chancen. Erst in der 24. Minute vergab Huntelaar nach Vorarbeit Rauls per Kopf eine große Möglichkeit. Mit zunehmender Spieldauer drängten die Schalker immer stärker auf den Ausgleich, der schließlich Holtby mit einem meisterhaften Schuss in den Winkel gelang. Huntelaar legte noch vor der Pause mit seinem 20. Saisontor nach.

Kurz nach dem Seitenwechsel sorgte Raul für die frühe Vorentscheidung. Im Anschluss verwalteten die Gäste die Führung gegen harmlose Pfälzer und schlugen zu, wenn ihnen danach war. Die limitierten Lauterer schienen zu resignieren.