200. Auswärtssieg

Gladbach kann für die Champions League planen

Der Traum von der "Königsklasse" ist für Leverkusen nach der Heimpleite gegen Gladbach wohl beendet. Nun beginnt die Absicherung eines Europa-League-Platzes.

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Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre stürmte nach dem 2:1-(1:0)-Sieg bei Bayer Leverkusen in Jürgen-Klopp-Manier auf den Platz. „Das war pure Freude“, sagte der nicht gerade für Gefühlsausbrüche bekannte Schweizer nach dem 200. Auswärtssieg der Gladbacher in der Fußball-Bundesliga.

Tristesse pur herrschte beim Werksverein, der die unmittelbare Rückkehr in die Champions League so gut wie abschreiben kann. „Das ist ein bitterer Tag“, kommentierte Bayer-Chefcoach Robin Dutt die Niederlage. In einer Woche geht es für den Tabellenfünften beim FC Schalke 04 nun darum, zumindest den Europa-League-Platz zu sichern.

Spätes Tor durch de Camargo

Für die Gladbacher ging vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena am Samstag durch die Tore von Marco Reus (7. Minute) und Igor de Camargo (88.) – das 1:1 erzielte Stefan Kießling (75.) – eine Durststrecke von drei sieglosen Pflichtspielen zu Ende.



„Es war sehr schwer, die Leverkusener haben nach unserem Tor viel Druck gemacht“, sagte Favre. Mit nun 51 Punkten und einem Abstand auf Platz fünf von elf Zählern dürfte den Gladbachern die Champions-League-Teilnahme kaum noch zu nehmen sein. Am Mittwoch kämpfen sie zudem noch gegen Bayern München um den Einzug ins DFB-Pokalfinale.

Nach dem desaströsen Aus in der Champions League beim FC Barcelona (1:7) und der Niederlage beim VfL Wolfsburg (2:3) gingen die von Personalproblemen geplagten Leverkusener verunsichert in die Partie.

Statt ein „Zeichen zu setzen“ und das „wahre Gesicht“ zu zeigen, wie Bayer-Sportdirektor Rudi Völler gefordert hatte, überließen die Platzherren den Gästen das Spiel. Dieses Zögern und Zaudern rächte sich schnell: In der 7. Minute lenkte 04-Innenverteidiger Daniel Schwaab einen Pass von Juan Arango direkt vor die Füße von Reus, der den Ball an Torwart Bernd Leno vorbeizirkelte.

Der Nationalspieler hatte danach zwei weitere Chancen (13./15.) zur Resultatsverbesserung, bevor Renato Augusto (16.) erstmals einen Schussversuch für die nun immer aktiver werdende Werkself wagte. Während die ohne Patrick Herrmann (verletzt) und Tony Jantschke (Gelb-Sperre) angetretenen Gladbacher bemüht waren, die Führung in die Halbzeitpause zu retten, fehlte der Bayer-Elf die richtige Durchschlagskraft in der Offensive gegen die beste Abwehr der Liga.

Ordnung nach dem Ausgleich verloren

Bezahlt machte sich die Auswechslung von Kapitän Simon Rolfes, der wie André Schürrle wegen einer Platzwunde am Kopf mit einer Schutzmaske spielte. Für ihn kam Stürmer Eren Derdiyok, der mit seinem Kopfball (75.), den Marc-André ter Stegen nicht festhalten konnte, den Ausgleich durch ein Abstauertor von Kießling einleitete.

„Danach ist dann leider die Ordnung verloren gegangen“, kommentierte Dutt die danach folgende unkontrollierte Offensive, mit der die Bayer-Elf ins offene Messer lief. Der eingewechselte de Camargo nutzte zwei Minuten vor dem Ende einen Konter zum 2:1.

Im Duell der Torhüter der Zukunft zwischen Leno und ter Stegen war am Ende Leno nicht nur wegen des Patzers des Borussia-Keepers der Sieger, sondern auch wegen einer Reihe von Glanzparaden. In der 62. und 80. Minute vereitelte er mit tollen Reflexen zwei Chancen von Reus und de Camargo. In der 88. Minute war dann jedoch machtlos.