Backpfeife

Pizarro nachträglich für zwei Spiele gesperrt

Wegen seiner vom Schiedsrichter nicht geahndeten Tätlichkeit gegen Hannovers Pogatetz wird der Peruaner nun vom DFB erst aus dem Spielbetrieb gezogen.

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Stürmer Claudio Pizarro ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für die nächsten beiden Bundesliga-Spiele gesperrt worden und kann Werder Bremen im Kampf um den Einzug in den Europapokal vorerst nicht helfen. Der Peruaner hatte seinem Gegenspieler Emanuel Pogatetz bei Bremens 3:0 am vergangenen Sonntag im Nordderby gegen Hannover 96 ins Gesicht geschlagen.

Da das Vergehen unbemerkt von Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) geschah, nahm der DFB-Kontrollausschuss nachträgl.ich Ermittlungen auf. Werder wird gegen die am Mittwoch in Frankfurt am Main ausgesprochene Strafe keinen Einspruch einlegen.

„Es steht außer Frage, dass sich Claudio Pizarro in dieser Szene nicht richtig verhalten hat. Die TV-Bilder belegen aber klar, dass der Unparteiische in der Nähe war, ein freies Blickfeld auf die Szene hatte und unmittelbar nach der Szene beide Spieler mündlich ermahnte. Daher handelt es sich eigentlich um eine nicht mehr anfechtbare Tatsachenentscheidung. Doch die Ermittlungen haben offenbar zu einem anderen Ergebnis geführt“, so Werders Geschäftsführer Klaus Allofs. „Wir werden das Urteil akzeptieren, weil das Gericht auch nach einer mündlichen Verhandlung zu keinem anderen Ergebnis kommen wird“, so Allofs weiter.

Pizarro hatte den Zusammenstoß mit Pogatetz nach der Partie nicht bestritten, allerdings betont, dass er sich mit seiner Aktion nur aus der Umklammerung des Österreichers befreien wollte. „Ich wollte das nicht machen“, hatte Pizarro nach dem Spiel beteuert. Karim Haggui habe ihn zudem von hinten bedrängt, erklärte der Bremer Angreifer: „Dabei ging meine Hand hoch, und ich gebe ihm einen Kleinen ins Gesicht.“ Pogatetz hatte sich nach dem Spiel nicht zu der Szene geäußert. Das Sportgericht wertete die Szene hingegen als „ein krass sportwidriges Verhalten in der Form einer Tätlichkeit gegen den Gegner in einem leichteren Fall“.

Der Ausfall des Angreifers in den Spielen am kommenden Samstag beim deutschen Meister Borussia Dortmund und eine Woche später gegen den FC Augsburg trifft Werder hart. Mit bisher 16 Saisontoren ist der 33-Jährige der erfolgreichste Schütze der Bremer. Er kann erst wieder am 31. März im Heimspiel der Hanseaten gegen den FSV Mainz 05 eingesetzt werden.