Überraschender Schritt

1. FC Köln trennt sich von Sportdirektor Finke

Kurz nach dem Sieg gegen Berlin hat der 1. FC Köln die Trennung von Sportdirektor Volker Finke bekannt gegeben. Als Grund werden "unterschiedliche Auffassungen" genannt.

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Fußball-Bundesligist 1. FC Köln hat sich am Samstagabend von Sportdirektor Volker Finke getrennt. Das gab der Klub in einer Pressemitteilung wenige Stunden nach dem 1:0-Sieg gegen Hertha BSC bekannt.

"Es haben mehrere Gespräche zwischen Vertretern der Gesellschafterversammlung des 1. FC Köln und Volker Finke über die Weichenstellungen im Fußball-Bereich des Klubs stattgefunden. Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen hierüber sind beide Seiten am Samstagabend einvernehmlich übereingekommen, sich mit sofortiger Wirkung zu trennen", sagte Werner Wolf, der Vorsitzende des FC-Verwaltungsrates. Der Klub werde die näheren Beweggründe für diese Entscheidung am Sonntagvormittag im Rahmen eines Pressestatements erläutern.

Das Verhältnis zum Trainer war merklich abgekült

Finke war am 1. Februar 2011 in Köln als neuer Sportdirektor vorgestellt worden. Zuletzt waren der langjährige Trainer des SC Freiburg und der von ihm verpflichtete FC-Coach Stale Solbakken immer wieder uneins gewesen . Vor allem der Winter-Transfer des Nordkoreaners Chong Tese hatte hohe Wellen geschlagen. Angeblich hat Finke den Angreifer vom VfL Bochum auf eigene Faust geholt, ohne Solbakken zu informieren. Der Norweger wechselte Tese bisher nur zweimal ein, am Samstag gegen die Hertha kam der Nordkoreaner mal gar nicht zum Einsatz.

„Der Trainer war – was ich für völlig normal halte – enttäuscht, dass es mit einem Wunschspieler nicht geklappt hat. Aber ich bin ganz sicher, er wollte nicht den Eindruck entstehen lassen, dass ’der Finke’ ihm schaden, Muskeln zeigen oder den mächtigen Sportdirektor markieren wollte“, hatte Finke vor wenigen Tagen noch gesagt: „In meinem Profil als Sportdirektor stehen viele Dinge, für die ich verantwortlich bin, aber da steht nicht, welche Verhältnisse ich haben soll. Unterschiedliche Meinungen finde ich überhaupt nicht schlimm. Wenn das nicht so wäre, weiß ich nicht, wozu man überhaupt einen Sportdirektor bräuchte.“