Mainzer Heimsieg

Zidan setzt seine Superserie gegen Nürnberg fort

Beim Sieg gegen den 1. FC Nürnberg erzielt der Mainzer Stürmer Mohamed Zidan seinen sechsten Treffer im sechsten Spiel nach seiner Rückkehr aus Dortmund.

Wenn die Gegenspieler von Mohamed Zidan auch zukünftig die Hosen voll haben, können sie den Tor-Garanten des FSV Mainz 05 seit Samstag immerhin um Abhilfe bitten. „Ich habe ihm einen Einkaufswagen voll Windeln versprochen, wenn er trifft“, verriet FSV-Manager Christian Heidel die Prämie für den sechsten Treffer des Ägypters im sechsten Spiel nach seiner Rückkehr vom deutschen Meister Borussia Dortmund.

Obwohl der Vater eines kleinen Jungen unter der Woche von einer Grippe geplagt wurde, erzielte Zidan den entscheidenden Treffer zum 2:1 (2:0) gegen den 1. FC Nürnberg (22.). Damit beendeten die Rheinhessen am 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga die drei Partien andauernde Siegesserie der Franken und machten einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. Mit nunmehr 30 Punkten auf dem Konto dürften die Mainzer, die einen Zähler weniger als der FCN auf dem Konto haben, kaum noch etwas mit dem Abstiegskampf zu tun bekommen.

Obwohl Zidan wesentlichen Anteil am Aufschwung der Mainzer hat, wollte der 30-Jährige nach dem sechsten Erstliga-Erfolg der Rheinhessen gegen ihren Lieblingsgegner nichts zu seinen Heldentaten sagen. Er möchte nicht immer im Mittelpunkt stehen, ließ Zidan ausrichten. Dieser Plan ging allerdings nach hinten los, da alle anderen über das Tor-Phänomen sprachen.

„Sechs Tore sind wie ein Märchen für ihn. Man sieht, dass er wieder bei seinem Klub ist. Er blüht auf und zeigt sein Können“, sagte Klubchef Harald Strutz. Für Heidel war ohnehin klar, dass Zidan beim FSV einschlagen wird. „Er hat mir bei den Verhandlungen zehn Tore versprochen - sonst hätte ich ihn gar nicht geholt“, äußerte der Manager mit einem Augenzwinkern.

Ganz ohne Augenzwinkern und sogar mit leichter Kritik bewertete dagegen Trainer Thomas Tuchel die Vorstellung seines Schützlings, der bis zum Rekord von Gerd Müller (16 Partien mit Tor in Folge) noch einen weiten Weg vor sich hat. „Er kann besser spielen. Man hat gemerkt, dass er unter der Woche im Bett lag. Er hat nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen“, sagte Tuchel, der schon während der Partie lautstark seine Unzufriedenheit in Richtung Zidans geäußert hatte und den müden Angreifer in der 73. Minute aus dem Spiel nahm.

Eine frühzeitige Auswechslung wäre auch für den zweiten FSV-Stürmer besser gewesen. Dann hätte sich Adam Szalai die Gelb-Rote Karte wegen einer Schwalbe (84.) erspart. Der Ungar musste sich nach dem Ende der Partie vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Mainzer Arena Kritik aus den eigenen Reihen gefallen lassen. „Eine Schwalbe gehört sich nicht. Das sollte er beim nächsten Mal einfach lassen“, sagte Heidel. Auch Tuchel hielt nichts von der Aktion seines Angreifers: „Eine Schwalbe braucht kein Mensch.“


Führung nach 57 Sekunden

Was die Mainzer auch nicht brauchen können, ist eine Diskussion um Nikolce Noveski. Der Kapitän musste sich die frühe Führung der Gastgeber durch Nicolai Müller nach 57 Sekunden und den Anschlusstreffer von Daniel Didavi (64.) von der Reservebank ansehen. Der mazedonische Innenverteidiger wurde erst in der 68. Minute eingewechselt. Nach Jahren als Stammspieler könnte damit das Ende einer Ära eingeläutet worden sein. „Es war ungewohnt, ich habe acht Jahre durchgespielt“, sagte der wortkarge Noveski sichtlich angefressen.

„Es war eine schwere sportliche Entscheidung. Ich habe es ihm erklärt, aber er war natürlich enttäuscht“, kommentierte Tuchel seine Maßnahme. Heidel versuchte derweil, das Thema klein zu halten: „Bei aller Liebe, aber das ist doch keine Wachablösung. Er wird weiterhin ein wichtiger Spieler für uns bleiben.“