Fussball-Bundesliga

In Wolfsburg kassiert Bayer die nächste bittere Pleite

Vier Tage nach dem dem 1:7-Debakel beim FC Barcelona verlor das Team von Trainer Robin Dutt auch beim VfL Wolfsburg und hatte gleich fünf Verletzte zu beklagen.

Zehn Gegentore, fünf Verletzte, null Punkte - Bayer Leverkusen liegt nach „vier bitteren Tagen“ am Boden: Nach der 1:7-Blamage beim FC Barcelona in der Champions League am Mittwoch und der 2:3 (1:2)-Niederlage am Samstag beim VfL Wolfsburg steht der Vizemeister am Scheideweg der Saison.

„Jetzt müssen wir wieder aufstehen“, sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler: „Das waren vier bittere Tage. Wir müssen jetzt den Akku wieder aufladen und dann geht es gegen Gladbach um die Big Points. Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel.“ Wie Bayer im möglicherweise entscheidenden Spiel gegen den direkten Konkurrenten um einen Platz in der Königsklasse auflaufen wird, ist allerdings ungewiss.

Gleich fünf Bayer-Spieler verletzten sich in Wolfsburg. Und neben der Niederlage machten besonders die zu erwarteten Ausfälle der Nationalspieler Simon Rolfes (Platzwunde am Kopf) und Lars Bender (Muskelfaserriss) den „bitteren Tag“ des sichtlich angefressenen Trainer Robin Dutt komplett.

Ob Stefan Kießling (Platzwunde), Stefan Reinartz (Sprunggelenkverletzung) und Ömer Toprak (Muskelverletzung) ebenfalls ausfallen werden, ist noch offen. Das Spiel in Wolfsburg beendete Leverkusen mit zehn Spielern. Dutt hatte schon dreimal ausgewechselt, ehe Bender verletzt auf der Bank Platz nehmen musste.

„Momentan überwiegt nicht der Frust über die Niederlage - und der ist schon hoch - sondern der Frust über das Lazarett“, sagte Dutt: „Ich hoffe nächste Woche überhaupt eine schlagkräftige Mannschaft aufstellen zu können. Beim Blick aufs Lazarett habe ich kein Bedürfnis, auf die Tabelle zu schauen.“ In Wolfsburg bedurfte es keines Messi, um den Werksklub zu schlagen.

Die Verletzungen machten den Unterschied. 15 Minuten lang spielten die Gäste furios, hätten neben dem frühen Treffer von Kießling (3.) noch weitere Tore schießen müssen. Ehe die verletzungsbedingte Auswechslung von Rolfes (Völler: „Er wird die Narbe ewig mit sich tragen“) Mitte der ersten Halbzeit das Team vollkommen verunsicherte. Die Stabilität und Ordnung im Mittelfeld der Leverkusener ging völlig verloren. Auswirkungen der 1:7-Klatsche gegen den Klub-Weltmeister wiesen alle Beteiligten aber zurück. „Nein! Punkt“, sagte stellvertretend Innenverteidiger Manuel Friedrich.

Magath schlürft genüsslich Tee

Während sich Dutt auf der Pressekonferenz enttäuscht auf seinem Stuhl zurücklehnte, schlürfte sein Gegenüber Felix Magath genüsslich an seinem Tee. Erstmals nach drei Spielen ohne Sieg gewann sein Team wieder und versöhnte sich auch mit seinem Fans. Gossen die Fans im vergangenen Heimspiel noch Hohn und Spott über ihr Team aus, bejubelten sie diesmal eine starke kämpferische Wolfsburger Mannschaft.

Die allerdings bei ihren Treffern von Patrick Helmes Helmes (33.), Ashkan Dejagah (45.), und dem Eigentor von Michal Kadlec (61) von individuellen Fehler der Gäste profitierten. Vom Europapokal wollte Magath allerdings nicht sprechen, obwohl VfL-Aufsichtsratsschef und VW-Vorstandsmitglied Garcia Sanz zuletzt betonte, an diesem Ziel festhalten zu wollen. „Wenn wir nach oben einer Chance haben wollen, müssen wir auch mal auswärts gewinnen“, sagte Magath. Das gelang dem auswärtsschwächsten Team der Liga allerdings in dieser Saison nur einmal. Am ersten Spieltag in Köln.