Ski alpin

Höfl-Riesch feiert in Are ihren 23. Weltcup-Sieg

Mit einem Minivorsprung von einer hundertstel Sekunde auf die Slowakin Veronika Zuzulova gewinnt Maria Höfl-Riesch in Are den vorletzten Slalom dieser Saison. Fünf weitere DSV-Läuferinnen holten Weltcup-Punkte.

Foto: AFP

Ein bisschen musste sie warten, ein bisschen bangen, dann aber riss Maria Höfl-Riesch glücklich beide Arme in die Höhe: Mit dem Minimalvorsprung von nur einer Hundertstelsekunde gewann die 27 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin den Weltcup-Slalom im schwedischen Are - nur einen Tag, nachdem sie an gleicher Stelle nach dem Ausfall im Riesenslalom noch hart mit sich ins Gericht gegangen war. Es war ihr 23. Sieg im Weltcup, der dritte der Saison, der erste im Slalom seit 14 Monaten.

Dritte war Maria Höfl-Riesch nach dem ersten Lauf gewesen, 0,35 Sekunden hinter Veronika Zuzulova aus der Slowakei, 0,04 Sekunden hinter Marlies Schild aus Österreich. Im Finale zeigte die entthronte Gesamtweltcupsiegerin dann aber alte Stärken, fuhr wesentlich sicherer als die beiden anderen Sieganwärterinnen und durfte nach der Zieldurchfahrt der zunächst führenden Zuzulova jubeln: Eine Hunderstelsekunde war die Slowakin langsamer, Schild fiel sogar noch auf Rang sechs zurück, Dritte wurde Marie-Michele Gagnon aus Kanada.


Podiumsplatz als Ziel

Die Erleichterung stand Maria Höfl-Riesch ins Gesicht geschrieben. „Ich war froh, als ich als Führende im Ziel war. Es war im Slalom in den letzten Wochen nicht leicht für mich“, sagte sie und ergänzte dann: „Ein Podium war heute das Ziel von mir. Dass ich das Glück mit der einen Hundertstel auch noch habe, ist ein Wahnsinn.“ Im Slalom, ihrer einstigen Paradedisziplin, war Höfl-Riesch in diesem Winter zweimal auf’s Siegertreppchen gefahren, allerdings auch schon viermal nicht ins Ziel gekommen.

Mit ihren Ausfällen hatte sie bereits am Tag zuvor gehadert, als sie im dritten Riesenslalom nacheinander ausgeschieden war. Das sei langsam zuviel, das dürfe ihr nicht passieren, das müsse sie kritisch sehen, hatte sie da mit ernster Miene erklärt. Doch die vielleicht größte Qualität von Höfl-Riesch ist es, nach Niederschlägen gleich wieder aufzustehen. „Man muss die Ausfälle auch abhaken können. Ich bin in einer Position, wo ich nicht mehr viel zu verlieren habe“, sagte sie.

Mit dem Sieg sicherte sich Maria Höfl-Riesch die nicht ganz unwichtige Berechtigung, im Slalom weiter in der ersten Gruppe, also mit einer Nummer von eins bis sieben, starten zu können. Darüber hinaus ist sie ihrem Ziel, nach dem Verlust des Gesamtweltcups an Lindsey Vonn (USA) wenigstens noch Rang zwei in der Gesamtwertung zu erreichen, ein bisschen nähergekommen. Den Rückstand auf die zweitplatzierte Tina Maze aus Slowenien hat sie vor den vier Rennen beim Weltcup-Finale ab kommenden Mittwoch im österreichischen Schladming jedenfalls auf 111 Punkte verkürzt.

Im Sog von Höfl-Riesch zeigten die deutschen Damen im vorletzten Slalom der Saison noch einmal einen leichten Aufwärtstrend: Fünf weitere DSV-Läuferinnen holten Weltcup-Punkte: Christina Geiger (Oberstdorf/15.), Lena Dürr (Germering/17.), Fanny Chmelar (Partenkirchen/23.), Veronika Staber (Samerberg/28.) und Katharina Dürr (Germering/29.). Neben Höfl-Riesch sind beim Weltcup-Finale im Slalom allerdings nur Geiger und Lena Dürr startberechtigt.