Fussball-Bundesliga

Gladbach verliert kurz vor Schluss in Nürnberg

Dank eines Tores des kurz zuvor eingewechselten Albert Bunjaku gewinnt Nürnberg gegen Mönchengladbach, das den Sprung auf Platz zwei verpasst.

Lucien Favre stand kopfschüttelnd an der Seitenline und verstand die Welt nicht mehr. Kurz zuvor hatte ausgerechnet sein Landsmann Albert Bunjaku dem Schweizer Trainer den Nachmittag verdorben, als er in der 87. Minute den Siegtreffer zum

1:0 (0:0) für den 1. FC Nürnberg gegen Champions-League-Aspirant Borussia Mönchengladbach erzielte. Während der Schütze des goldenen Tores, der erst drei Minuten vor seinem Treffer eingewechselt worden war, mit einer Bierdusche gefeiert wurde, schlichen die Gladbacher nach dem Ende ihrer Erfolgsserie mit sieben Spielen in Folge ohne Niederlage wie begossene Pudel vom Platz.

„Wir haben nicht gut gespielt. Uns hat es an Durchschlagskraft gefehlt, wir waren oft zu wenig in Bewegung“, kritisierte Favre. Mike Hanke meinte angesichts der verpassten Chance nach den vorangegangenen Niederlagen der Konkurrenten Bayern München und Schalke 04: „Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir die Situation nicht ausnutzen konnten. Aber noch sind wir im Rennen.“

Derweil freute man sich auf Nürnberger Seite über den dritten Dreier in Folge, durch den der Club im Abstiegskampf erst einmal aus dem Gröbsten heraus ist. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dass mir der Siegtreffer gelungen ist“, sagte Matchwinnner Bunjaku, der wegen einer schweren Knieverletzung fast ein Jahr hatte pausieren müssen und derzeit um einen neuen Vertrag kämpft. „Der Junge hat es nach seiner langen Leidenszeit einfach verdient, so ein Tor zu schießen“, sagte FCN-Trainer Dieter Hecking.

In der Anfangsphase hätten die Gäste vom Niederrhein in Führung gehen können, aber sowohl Nationalspieler Marco Reus (4.) als auch Hanke (6.) scheiterten vor 45.675 Zuschauern aus der Distanz am gut postierten FCN-Torwart Raphael Schäfer. Bei den Hausherren war trotz der vorausgegangenen beiden Siege gegen den 1. FC Köln (2:1) und bei Werder Bremen (1:0) von einem gesteigerten Selbstbewusstsein zunächst nicht viel zu sehen. Lediglich der zuletzt überzeugende Alexander Esswein hatte in der elften Minute den Ansatz einer Chance.

Der Club lange zu passiv

Nürnberg agierte lange Zeit viel zu passiv, um die Gäste ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Die Gladbacher ihrerseits kombinierten gefällig bis zum gegnerischen Strafraum, waren dann aber zumeist mit ihrem Latein am Ende. Vor allem Reus, der am Mittwoch zuvor beim 1:2 gegen Frankreich erstmals von Beginn an in der Nationalmannschaft gespielt hatte, war um Gefahr bemüht. Aber wie schon eine Woche zuvor beim 1:1 gegen den Hamburger SV wurde der verletzte Mittelfeldspieler Patrick Herrmann schmerzlich vermisst.

Drei Minuten nach dem Seitenwechsel hatten ebenfalls die Borussen die erste Möglichkeit, die erneut von Schäfer vereitelt wurde. Nach einer Flanke von Hanke schlug Timothy Chandler über den Ball, der sichtlich überraschte Juan Arango scheiterte anschließend am Nürnberger Keeper. Chandler selbst hatte dann nach einer Stunde die bis dahin beste Möglichkeit für die Hausherren, doch der US-Nationalspieler scheiterte aus aus spitzem Winkel an U21-Torwart Marc-Andre ter Stegen. Dominic Maroh (75.) und Markus Feulner (78.), der in ter Stegen seinen Meister fand, vergaben zudem noch gute Gelegenheiten für die Hausherren, die sich am Ende verdient durchsetzten.