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Klitschkos K.o. Nummer 50 kommt in Runde 4

Wladimir Klitschko hat den hoffnungslos unterlegenen Franzosen Mormeck besiegt und bleibt Champion der Verbände IBF und IBO swoie WBO- und WBA-Superchampion.

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Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko hat in seinem 60. Profikampf seinen 50. K.o.-Sieg gefeiert. Der 35-Jährige besiegte vor 50.000 Zuschauern in Düsseldorf seinen französischen Herausforderer Jean-Marc Mormeck durch Knockout in der vierten Runde und bleibt damit Weltmeister der Verbände IBF und IBO sowie WBO- und WBA-Superchampion.

Für Klitschko, der seit April 2004 ungeschlagen ist, war es der 57. Sieg (drei Niederlagen) als Boxprofi. Mormeck verpasste es durch die Niederlage, erster französischer Schwergewichts-Weltmeister zu werden. „Das ist ein großer Tag für mich, ich habe 15 Jahre dafür gearbeitet, 50 K.o.-Siege zu schaffen“, freute sich der Sieger, „schön, dass ihr alle dabei ward“, bedankte er sich beim Düsseldorfer Publikum.

Der Franzose war von vornherein als chancenlos angesehen worden. Mit 98 Kilogramm hatte Mormeck beim offiziellen Wiegen am Tag vor dem Fight 13 Kilogramm weniger auf die Waage gebracht als Wladimir Klitschko. Er ist vier Jahre älter als der mit 35 Jahren auch nicht mehr gerade junge Ukrainer.

Aber nicht nur deshalb galt „Dr. Steelhammer“ in seinem 60. Profikampf (56 Siege, drei Niederlagen) und 20. WM-Kampf als haushoher Favorit. „Ihn macht besonders gefährlich, dass er nichts zu verlieren hat“, hatte der IBF- und IBO-Weltmeister sowie WBO- und WBA-Superchampion über seinen athletischen Gegner zwar gesagt und angefügt: „Es ist wahnsinnig schwer, gegen einen Mann zu boxen, der viel kleiner ist als ich.“ Auch sein Trainer Emanuel Steward hatte davor gewarnt, den „Mini-Tyson“ Mormeck zu unterschätzen: „Wir erwarten einen engeren Ausgang als die Öffentlichkeit.“

Doch die vorsichtigen Prognosen erwiesen sich in dem kurzen Kampf als nicht angebracht. Mormeck war von seiner Leistung selbst tief enttäuscht: „Der Kampf ist ein bisschen zu schnell zu Ende gegangen. Ich bin frustriert.“ Klitschko analysierte: „Ich glaube, seine Strategie war, mich müde zu machen und immer wieder in mich reinzumarschieren. Das ging von Anfang an nicht auf. Ich habe den Kampf dominiert und war gut auf ihn eingestellt.“

Alles andere als ein Sieg Klitschkos wäre eine Sensation gewesen. Zu dominant trat der jüngere der beiden Klitschko-Brüder zuletzt in seinen Kämpfen auf, zu schwach sind die derzeitigen Gegner im Schwergewicht. Daran konnte auch Mormeck in der Düsseldorfer Arena nichts ändern. Zumal er mit einer Unterschätzung durch seinen favorisierten Gegner nicht hatte rechnen dürfen. „Ich habe immer noch Hunger und nehme die Aufgabe nicht zu leicht“, hatte Klitschko klargestellt. Und der ehemalige Cruisergewichts-Champion Mormeck war einer seiner bisher schwächsten Kontrahenten und hatte erst drei Kämpfe im Schwergewicht bestritten.

Mormeck, der von seinen zuvor 40 Profikämpfen 36 gewonnen hatte (22 durch K.o.), hatte vor dem Kampf noch seine „mentale Stärke“ betont. Angst habe er nicht, obwohl Klitschko ein großer Champion sei, verkündete er. „Wenn ich beeindruckt wäre von ihm, dürfte ich nicht hier sein. Dann müsste ich mich vor dem Fernseher setzen und sagen: was für ein Champion.“ Gut möglich, dass er jetzt ein wenig mehr beeindruckt ist. Aber kaum denkbar, dass er noch einmal in einem so großen Kampf mitmachen darf.