Fußball

Deutsche Frauen besiegen neun Chinesinnen 1:0

Unbeirrt von Personalproblemen hat die Frauenfußball-Nationalmannschaft auch den zweiten Härtetest ihrer Experimentierphase beim Algarve-Cup bestanden.

Die Auswahl von Bundestrainerin Silvia Neid setzte sich im zweiten Spiel in Portugal mit 1:0 (1:0) gegen China durch. Dank des verwandelten Foulelfmeters von Melanie Behringer (33.) gelang der DFB-Auswahl, der insgesamt acht Spielerinnen fehlten, der zweite Sieg innerhalb von 48 Stunden nach dem 1:0 gegen Island am Mittwoch. In Han Peng (25.) und Zhang Rui (90.+2) sahen gleich zwei Chinesinnen die Gelb-Rote Karte.

„Ich bin zufrieden, das war taktisch sehr gut“, lobte Neid ihr Team nach dem Spiel. Das Ergebnis fiel der Ex-Nationalspielerin auch angesichts der Überzahl deutlich zu niedrig aus. „Vor dem Tor sind wir noch zu unruhig und überhastet. Im Vergleich zum ersten Spiel war die verbesserte Präzision im Spiel nach vorne aber schon ein Fortschritt.“

Torschützin Behringer sah das ähnlich. „Natürlich müssen wir mehr Tore machen. Aber es war wichtig, dass wir uns mehr Chancen erarbeitet haben“, sagte die Mittelfeldspielerin.

Um die Gruppe A zu gewinnen, benötigt der zweimalige Welt- und siebenmalige Europameister im abschließenden Gruppenspiel am Montag (16.30 Uhr/Eurosport) gegen den starken WM-Dritten Schweden, der ebenfalls sechs Punkte auf dem Konto hat, einen Sieg. Im Platzierungsspiel zwei Tage darauf könnte es je nach Tabellenstand ein besonderes Wiedersehen geben: In der Gruppe B spielt unter anderem Weltmeister Japan – jenes Team, das bei der Heim-WM im Viertelfinale den Titeltraum der deutschen Mannschaft zerplatzen ließ.

Neid, die vor dem Turnier angekündigt hatte, viel experimentieren zu wollen, musste wie beim Auftakt auf Torhüterin und Spielführerin Nadine Angerer, Fatmire Bajramaj und Dzsenifer Marozsan verzichten. Dafür kehrte Bianca Schmidt nach überstandener Sprunggelenksblessur auf die rechte Abwehrseite zurück. Wegen Verletzungen hatten vor der Reise bereits Simone Laudehr, Kim Kulig, Inka Grings, Martina Müller und Tabea Kemme absagen müssen.

Das DFB-Team, das sich in Portugal vor allem auf den Showdown um den Gruppensieg in der EM-Qualifikation gegen die punktgleichen Spanierinnen am 31. März in Mannheim (16.00 Uhr/ZDF) vorbereiten will, dominierte trotz der Verletzungssorgen gegen sehr passive Chinesinnen von Beginn an.

Ein Foul ebnete kurz nach dem Platzverweis für Peng den Weg zur Führung der DFB-Auswahl. Nachdem Weng Xinzhi Linda Bresonik im Strafraum zu Fall gebracht hatte, trat Ersatz-Spielführerin Behringer zum Elfmeter an. Die Frankfurterin, die in ihrem 76. Länderspiel wie bereits gegen Island die Kapitänsbinde tragen durfte, verwandelte sicher zu ihrem 22. Tor im DFB-Trikot.

Auch in der zweiten Hälfte blieb die deutsche Elf die spielbestimmende Mannschaft, zeigte aber wie bereits gegen Island Schwächen beim letzten Pass und im Abschluss. So vergaben Celia Okoyino da Mbabi und Bresonik mit einem sehenswerten Distanzschuss aus 20 Metern gute Gelegenheiten, den Erfolg höher ausfallen zu lassen. Rund 20 Minuten vor dem Ende wechselte Neid Luisa Wensing ein und sorgte damit für das Länderspieldebüt der 19 Jahre alten Abwehrspielerin vom FCR Duisburg.