Raul-Ersatz

Marica dreht für Schalke 04 das Spiel in Köln

Erst nach einer Stunde fanden die Schalker in Köln so richtig ins Spiel. Aber dann drehte die Stevens-Elf auf und bleibt punktgleich mit München und Dortmund.

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Raul-Ersatz Ciprian Marica lässt Schalke 04 weiter von der ersten Meisterschaft seit 1958 träumen. Der Rumäne erzielte bei seinem Startelf-Debüt für die Königsblauen in der Fußball-Bundesliga die ersten beiden Treffer zum 4:1 (0:1)-Sieg beim 1. FC Köln.

Schalke, für das auch Klaas-Jan Huntelaar mit seinem 16. Saisontor per Foulelfmeter (78.) und der gebürtige Kölner Marco Höger (82.) erfolgreich waren, zog damit nach Punkten wieder mit Tabellenführer Bayern München und dem Erzrivalen Borussia Dortmund gleich.

„In der 2. Halbzeit sind wir volles Risiko gegangen. Das war der Schlüssel zum Sieg. Großes Kompliment, wie die Mannschaft zurückgekommen ist“, lobte Schalke-Coach Huub Stevens seine Elf.

Der überragende Lukas Podolski hatte die Kölner früh (4.) in Führung gebracht, doch mit seinen ersten Bundesliga-Treffern für Schalke drehte Marica, der zuvor in dieser Saison zwölfmal eingewechselt worden war, im ausverkauften RheinEnergie-Stadion die Begegnung.

Rot für Brecko

Die Kölner, bei denen Miso Brecko nur acht Minuten nach seiner Einwechslung für ein Foul an Julian Draxler die Rote Karte (77.) sah, sind nach dem 0:1 zum Auftakt beim VfL Wolfsburg in der Rückrunde noch ohne Punkt und belegen mit drei Punkten Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsrang Platz 13.

„Wir bekommen immer durch die gleichen Situationen die Tore. So war es auch schon gegen Wolfsburg. Wir stehen ganz ordentlich, aber lassen von außen einfach zuviel zu“, sagte Kölns Sascha Riether. Schalkes Christoph Metzelder meinte: „Wir haben zwar nicht gezeigt, dass wir eine Spitzenmannschaft sind, aber eine Mannschaft. Wie wir gekämpft haben, wie wir mit Herz gespielt, das war top.“

Dabei hatten die Gastgeber hatten einen Start nach Maß erwischt. Nachdem Atsuto Uchida einen Kopfball von Milivoje Novakovic noch von der Linie kratzen konnte (3. Minute), war Podolski wenig später nicht zu stoppen.

Nach einem leichtfertigen Schalker Ballverlust im Mittelfeld lief Podolski ungehindert durch die Hälfte der Gäste und traf aus 20 Metern mit einem fulminanten Linksschuss. Es war bereits der 15. Saisontreffer für den Nationalspieler.

Bei den Kölnern standen Henrique Sereno nach seiner Gelbsperre und Kevin McKenna nach überstandenem Magen-Darm-Infekt ebenso wie Mato Jajalo wieder in der Startformation. Dafür mussten Miso Brecko, Kevin Pezzoni und Martin Lanig zunächst auf die Bank.

Marica ersetzte Raul, der wegen einer Wadenverhärtung passen musste. Verzichten mussten die Gäste, deren Trainer Huub Stevens Köln 2005 zum Aufstieg in die Bundesliga geführt hatte, zudem auf Kapitän Benedikt Höwedes (dreifacher Jochbeinbruch), Alexander Baumjohann (muskuläre Probleme), Lewis Holtby (Sprunggelenkverletzung) und den gesperrten Jermaine Jones.

Schalker zunächst gehemmt

Vor allem in der Offensive wirkten die Schalker zunächst gehemmt. Eine Aktion von Joel Matip, der nach einem Freistoß von Christian Fuchs den Ball aus kurzer Distanz mit der Schulter statt dem Kopf erwischte, war noch die beste Gelegenheit im ersten Durchgang (16.). Auf der Gegenseite hätte Podolski sogar das 2:0 machen müssen, seinen Schuss aus zwölf Metern zentral vor dem Tor setzte er aber zu hoch an (42.).

Mit Jurado für Außenverteidiger Uchida kam Schalke aus der Kabine und sorgte endlich für den erwarteten Druck auf das Kölner Tor. Die Gastgeber konnten sich ihrerseits nicht mehr so gut aus der Umklammerung befreien wie in der ersten Hälfte.

Folgerichtig kam Schalke zu Chancen und zum Ausgleich. Eine Flanke von Fuchs köpfte Raul-Ersatz Marica aus kurzer Distanz zum 1:1 ein. Damit war der Bann gebrochen.