Tennis

WTA sucht Lösungen gegen "exzessives Stöhnen"

Maria Scharapowa und Victoria Azarenka stöhnen während ihrer Spiele in Melbourne am lautesten. Die WTA möchte das "exzessive Stöhnen" nun reduzieren.

Foto: AFP/dpa

Die Klagen über das lautstarke Stöhnen von Tennisspielerinnen wie Maria Scharapowa und Victoria Azarenka haben die WTA-Tour auf den Plan gerufen.

In einer Presseerklärung teilte die Organisation am Dienstag bei den Australian Open in Melbourne mit, man wisse, dass "es einige Fans störend finden". Bei den Azarenka-Matches hatten Zuschauer das Gestöhne der Weißrussin nachgemacht.

Die WTA erklärte, dass sie derzeit nach Lösungen suche, wie "exzessives Stöhnen" reduziert werden könne, ohne dass es jene Spielerinnen, die mit diesen Presslauten das Spiel erlernt hätten, zu sehr beeinträchtigt würden.

Navratilova: Stöhnen ist "wie Schummeln"

Schon vor einigen Jahren hatte das Thema Schlagzeilen gemacht. Anlass dafür gab die damals 16-jährige Portugiesin Michelle Larcher de Brito, die Gegnerinnen und Experten mit ihrem lauten Stöhnen nervte, weil es sogar lauter war als das von Scharapowa und Monica Seles.

Michael Stich schlug vor, den lärmenden Spielerinnen ein Video von ihrem Auftritt zu zeigen. Dann würden diese das Stöhnen sein lassen. Martina Navratilova verglich es "Schummeln", weil es den Klang übertönt, der entsteht, wenn der Ball die Saiten trifft.

Von Larcher de Brito hat man zuletzt auf den großen Centre Courts nichts mehr gehört, aber Scharapowa ist noch immer in aller Munde, über die Boris Becker einst lästerte: "Das hat ja auch etwas Sexuelles, und man fragt sich: Das muss doch die Stimmbänder reizen und kann nicht gesund sein. Das wird man reduzieren müssen."

Nach ihrer Dreisatz-Niederlage gegen Scharapowa 2012 in Melbourne kritisierte Sabine Lisicki, das Stöhnen ihrer Gegnerin sei "sehr laut", es sei schon ein Schreien.

Agnieszka Radwanska sagte nach ihrer Niederlage gegen Azarenka im Viertelfinale: "Ich glaube nicht, dass es nötig ist, so laut zu schreien."