Fussball-Bundesliga

5:1 – BVB blamiert den HSV und ist an Bayern dran

Gegen den Meister Borussia Dortmund kassiert der Hamburger SV die erste Punktspiel-Niederlage unter Trainer Thorsten Fink. Sie fällt sehr deutlich aus.

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Die Fans feierten Borussia Dortmund bereits als alten und neuen deutschen Meister, als sich Strahlemann Jürgen Klopp auf dem Rasen bei jedem seiner Profis für eine Glanzvorstellung bedankte. "Wir wollten heute auf 37 Punkte kommen. Und das haben wir eindrucksvoll geschafft. Wir spielen unseren Fußball, und den haben die Jungs gnadenlos durchgezogen", meinte der BVB-Coach nach dem souveränen 5:1 (2:0)-Erfolg beim Hamburger SV, der auch die Konkurrenz beeindruckt haben dürfte.

Nach dem zwölften Spiel in Folge ohne Niederlage zogen die Schwarz-Gelben nach Punkten mit dem Rekordtitelträger und Tabellenführer Bayern München gleich und eroberten sich Platz zwei vom Revier-Rivalen Schalke 04 (ebenfalls 37 Zähler) zurück.

"Wir haben erst den 18. Spieltag absolviert, da kann noch vieles passieren. Die Mannschaften, die oben spielen, präsentieren sich alle sehr stabil. Wir müssen sehen, dass wir unsere Spiele gewinnen und dann sehen, was passiert. Das haben wir immer so gehalten", meinte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Kevin Großkreutz (16.), Robert Lewandowski (37., 83.) mit seinen Saisontreffern Nummer 13 und 14 sowie sein polnischer Landsmann Jakub Blaszczykowski (58. und 76., Foulelfmeter) beendeten zugleich die Serie der Hanseaten, die in der Amtszeit ihres neuen Trainers Thorsten Fink in sieben Begegnungen ungeschlagen geblieben waren und mit der höchsten Heimniederlage seit elf Jahren einen bitteren Rückschlag hinnehmen mussten. Paolo Guerrero (86.) sorgte mit dem HSV-Treffer zum 1:5-Endstand lediglich für eine leichte Ergebniskosmetik.

"Wir haben richtig guten Fußball gespielt, das war schon unglaublich", sagte Torschütze Großkreutz, als der Gegner schon längst frustriert in den Kabinen verschwunden war. HSV-Coach Thorsten Fink resümierte: "Wir haben ein schlechtes Spiel gemacht. Wir haben zu großen Respekt gehabt vor Dortmund. Ich weiß allerdings nicht, warum. Es fehlte der Mut, daran müssen wir diese Woche arbeiten."

Die Borussen zeigten vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena von der ersten Minute an, dass für sie nur drei Punkte zählen. Bereits in der zweiten Minute schoss Sven Bender von der Strafraumgrenze über das Tor. Auch Lewandowskis leicht abgefälschter Schuss verfehlte 60 Sekunden später das Gehäuse nur um Zentimeter. Nach dem anschließenden Eckball köpfte Neven Subotic über das Tor und setzte ein weiteres Signal.

Der HSV zeigte sich sichtlich beeindruckt. Angriffsversuche blieben in der Folge zumeist nur Stückwerk, weil die Borussen bereits im Mittelfeld jeglichen Spielaufbau der Gastgeber wirkungsvoll störten und Fehler provozierten. Wenig später zeigte sich die Hamburger Defensive gegen aggressive Borussen erneut überfordert, als Großkreutz keine Mühe hatte, den Ball über die Linie zu schieben. Wenige Sekunden später vergab Guerrero per Kopfball die erste Chance der Gastgeber zum Ausgleich.

Subotic scheiterte bei seinem ersten Einsatz nach zweimonatiger Verletzungspause freistehend an HSV-Keeper Jaroslav Drobny, bevor die erneut orientierungslose Abwehr Schützenhilfe zum zweiten Treffer durch Lewandowski leistete. "Nach dem 0:2 haben wir noch versucht den Anschlusstreffer zu schaffen, danach sind wir auseinandergebrochen", stellte der eingewechselte Mladen Petric treffend fest. Am Ende hätte die Niederlage noch höher ausfallen können.