Eiskunstlauf

Fünfter EM-Titel für Savchenko/Szolkowy in Gefahr

Die Paarlauf-Weltmeister wollen erst kurz vor ihrem EM-Einsatz entscheiden, ob die Muskelverletzung der 28-Jährigen einen Start zulässt.

Titel Nummer fünf bei den Europameisterschaften in Sheffield ist für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy vor allem eine Frage der Gesundheit. Nach einem Sturz im Training laboriert die 28 Jahre alte gebürtige Ukrainerin an einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung und konnte in der vergangenen Woche keine Sprünge üben. „Es geht von Tag zu Tag besser, aber leider können wir noch nicht voll trainieren“, sagte Savchenko vor dem Abflug am Montag nach Sheffield.

Dort wollen sie mit dem Mannschaftsarzt der Deutschen Eislauf-Union (DEU) beratschlagen, ob das Unternehmen Titelverteidigung Sinn macht. „Wir haben kaum trainiert, aber endgültig entschieden wird vor dem Kurzprogramm am Mittwoch“, bestätigte Trainer Ingo Steuer.

Und nur mit halber Kraft wollen die Chemnitzer gegen die Vize-Weltmeister Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow nicht antreten. Nur hauchdünn besiegten sie die starken Russen im Dezember beim Grand-Prix-Finale. „Wir sind ja Wettkampftypen. Ganz klar, dass wir aber nur starten, wenn es hundertprozentig funktioniert. Nur mitzulaufen, macht keinen Sinn“, meinte Szolkowy.

In die ungeliebte Qualifikation muss gleich am Montag Olympiasieger Jewgeni Pluschenko. Mit 29 Jahren wagt er nach fast zwei Jahren eine Rückkehr – alles nur mit dem Ziel, in Sotschi 2014 den Olympia-Coup von 2006 zu wiederholen. „Ich hatte Probleme mit dem Knie, aber ich wollte trotzdem kommen und hier antreten“, sagte der sechsmalige Europameister nach seiner Ankunft in England.

Eigentlich sei ihm die Vorausscheidung sogar ganz recht: „Es ist eine gute Gelegenheit, mein Programm unter Wettkampfbedingungen zu erproben.“ Ohne Wettkampf seit Olympia in Vancouver 2010 – außer den russischen Meisterschaften – muss sich Pluschenko international ganz hinten anstellen.

Endlich in die Elite aufrücken will der deutsche Meister Peter Liebers nach Platz elf im vergangenen Jahr. „Ich will zwei gute Programme abliefern und in die Top Ten vorstoßen“, kündigte der Berliner nach überstandenem Kreuzbeinbruch an. Begleitet wird er von seinem Trainingskameraden Paul Fentz, der sich zunächst für das Hauptfeld qualifizieren muss.

Nach der Absage von Sarah Hecken (Trainingsrückstand nach Fußverletzung) steht die 17-jährige Nathalie Weinzierl aus Mannheim vor ihrem EM-Debüt. „Wir wollen sie nicht unter Druck setzen mit Zielvorgaben“, sagt DEU-Vizepräsidentin Elke Treitz. Als Favoritin geht Carolina Kostner (Italien) aufs Eis – die Wahl-Oberstdorferin strebt den vierten Titel an.

Spannung verspricht der Auftritt der Eistänzer Nelli Zhiganshina/Alexander Gazsi, die seit ihrem Umzug von Moskau nach Oberstdorf einen riesigen Sprung unter Bundestrainer Martin Skotnicky gemacht haben. Die letztjährigen Siebten könnten sogar noch weiter nach vorn vorstoßen.