Olympia

18 Medaillen bei Winterspiele für deutsche Talente

Zum dritten Mal nach 1964 und 1976 loderte in Innsbruck das olympische Feuer. Auch Klein-Olympia, die Premiere der Jugend-Winterspiele, war ein Erfolg.

Klein-Olympia hat eine große Zukunft. Auf der Tiroler Winter-Party haben die Teenager tollen Sport geboten und auch beim Après-Ski viel Spaß gehabt. Die deutschen Talente legten bei den 1. Olympischen Jugend-Winterspielen einen fulminanten Endspurt hin und heimsten am Super-Wochenende noch einmal fünf Goldene ein, dazu Silber und Bronze. „Wir haben großen Sport gesehen“, meinte DOSB-Präsident Thomas Bach nach zehn Wettkampftagen in Innsbruck und sprach von einer „gelungenen Premiere“.

IOC-Präsident Jacques Rogge, der als Inspirator der Jugendspiele gilt, gab sogar die Bestnote. „Das waren zehn ruhmreiche Tage. Danke, Innsbruck. Auf Wiedersehen 2016 in Lillehammer“, sagte der 69 Jahre alte Belgier am Sonntag. Die Winter-Premiere habe „in jeder Hinsicht alle Erwartungen übertroffen und ein starkes Fundament für künftige Jugendspiele geschaffen“.

Am Finalwochenende drehten die deutschen Junioren noch einmal mächtig auf: Nicole Muskatewitz fegte am Sonntag die erste olympische Medaille für die deutschen Curler vom Eis. Im gemischten Doppel mit ihrem Schweizer Kollegen Michael Brunner gab's Gold für die 17-Jährige aus Baden-Württemberg.

Die Mixed-Staffel aus Biathleten und Skilangläufern hatte am Vortag die gesamte Konkurrenz aus 23 Ländern abgehängt. Auch das gemischte Skisprung-Trio triumphierte in Seefeld. „Gold ist Wahnsinn!“, sagte Skispringer Andreas Wellinger (Ruhpolding). Die mutigen Skeletonis Jaqueline Lölling und Sebastian Berneker waren im Eiskanal von Innsbruck-Igls mit Abstand die Schnellsten.

Sturm und Schneechaos folgte Silberglanz für Skicrosser Marzellus Renn. Auch die jungen Eishockey-Frauen erkämpften sich die ersehnte Medaille. Im kleinen Finale wurde das U-18-Team von Trainerin Maritta Becker seiner Favoritenrolle mit dem 7:4 gegen Außenseiter Kasachstan gerecht. Mit Bronze waren schließlich alle ganz zufrieden.

„Heute geht das Licht nicht vor ein Uhr aus“, versprach der Oberhofer Biathlet Maximilian Janke. Und seine skilaufende „Kollegin“ Victoria Carl jubelte: „Team-Gold schweißt zusammen.“ Genau dies gehörte zur Philosophie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das 2007 die Einführung von Jugendspielen beschlossen hatte. Sport und Spaß, Kultur und Bildung, Fairness und Freundschaft – die Mischung macht's.

Vor allem deshalb ist die Winter-Premiere mit einem Budget von rund 24 Millionen Euro aus Sicht des IOC und auch der 57-köpfigen deutschen Mannschaft ein Erfolg gewesen. Bei der zweiten Auflage 2016 im olympisch erprobten Lillehammer sollte nachjustiert werden. In Norwegen müsse man „einige Formats-Änderungen vornehmen und schauen, ob das alles finanziell realistisch ist“, hatte Ski-Präsident und IOC-Mitglied Gian Franco Kasper in einem dpa-Gespräch angekündigt.

Biathleten und Rodler waren die „Abräumer“ im starken deutschen Team, das insgesamt 18 Medaillen mit nach Hause nimmt. Doch Plaketten zählt beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) keiner. Denn in Innsbruck, Seefeld und Kühtai waren nicht die besten Junior-Sportler aus aller Welt am Start; auch die Qualifikations-Kriterien der internationalen Verbände würden einen Ländervergleich verzerren.

Für Chef de Mission Ulf Tippelt zählen ohnehin andere Werte. „Die Spiele waren absolut toll! Wir haben hier wunderbare Zeiten erlebt, Erfolge im sportlichen Bereich gehabt, sind als Super-Team zusammengewachsen“, sagte der Leipziger. „Wir haben Talente.“ Nicht nur Medaillen seien wichtig, sondern die Erkenntnis: „Man ist dabei, man kann was in der Zukunft erreichen, und wenn man ordentlich weitertrainiert, dann kann man auch unter den Spitzenleuten bei den Erwachsenen stehen.“