Rodeln

Olympiasieger Loch eine Klasse für sich

Wer soll Felix Loch eigentlich in diesem Winter schlagen? Der Thüringer fährt drei Wochen vor der Heim-WM in einer eigenen Liga.

Nach seinem fünften Streich im sechsten Rennen musste der genüssliche Ausblick von Felix Loch für den Rest der Rodel-Welt fast wie eine Drohung klingen. „Jetzt freue ich mich so richtig auf St. Moritz. Was viele nicht wissen: Ich bin da schon oft gefahren und liebe diese Bahn“, sagte der Olympiasieger nach seinem auch beim Heim-Weltcup in Winterberg souveränen Auftritt mit Blick auf das nächste Ziel.

Drei Wochen vor der Heim-WM durften bei den Wasserspielen von Winterberg auch die anderen Deutschen jubeln: Bei den Männern gab es für Loch und Co. einen Fünffachtriumph, bei den Frauen sprang der erste Vierfacherfolg des Winters heraus. Wie als Beweis ihrer Dominanz sicherten sich die Deutschen am Sonntag mit dem Erfolg in der Team-Staffel schon vor dem letzten Rennen den ersten Gesamtsieg.

Das Glanzstück lieferte Seriensieger Loch ab, die größte Überraschung schaffte Corinna Martini. Auf ihrer Hausbahn ließ die Winterbergerin ihren arrivierten Teamkolleginnen keine Chance und fuhr überlegen den ersten Weltcup-Erfolg heraus. „Ich bin sprachlos. Echt geil!“, sagte die 26-Jährige nach ihrem unerwarteten Coup und ließ sich von ihrer Familie und Freunden feiern. „Meine Schwester hatte Tränen in den Augen und ich gleich auch“, sagte Martini.

„Die Spitzenleistung fehlt ihr leider“, hatte zuvor Bundestrainer Norbert Loch mit Blick auf die Heim-WM von der Winterbergerin eine Steigerung angemahnt. Und Martini, die sich nach einer langwierigen Rückenverletzung in diesem Winter zurück ins deutsche Team gekämpft hatte, gehorchte. Eindrucksvoll nutzte die EM-Zweite von 2010 ihren Heimvorteil und verwies Tatjana Hüfner und Natalie Geisenberger auf die weiteren Podestplätze. „Ich wusste, dass ich hier ziemlich schnell sein kann“, sagte Martini. Zur Belohnung stellte der Bundestrainer den WM-Start in Aussicht: „Der Fingerzeig, den die Corinna gegeben hat, spricht eindeutig für sie.“

Bei den Frauen siegt jede Woche eine andere, bei den Männern fährt Felix Loch einsam wie in einer eigenen Liga. Selbst die schwierigen Bedingungen im Hochsauerland, wo Dauerregen die Eisrinne in eine regelrechte Wasserrutsche verwandelte, konnten den Überflieger aus Berchtesgaden nicht stoppen. „Es war schon sehr, sehr schwierig“, gestand der Olympiasieger. „Aber es hätte nicht besser laufen können. Es war wieder ein perfektes Wochenende.“

Strahlen durfte auch Ralf Palik. Nach Platz acht im ersten Lauf katapultierte sich der Oberwiesenthaler mit Bestzeit in Durchgang zwei noch auf den zweiten Rang und machte seinen ersten Podestplatz perfekt. „Das hätte ich nie erwartet. Mit dem Wettkampf bin ich saumäßig zufrieden“, sagte der Nachwuchsmann. Dritter wurde Routinier David Möller, Andi Langenhan und Johannes Ludwig komplettierten den Fünffacherfolg der Deutschen – und ließen Bundestrainer Loch jubeln. „Egal auf welcher Bahn, egal bei welchen Bedingungen – unsere Männer sind einfach top!“

In WM-Form präsentierten sich auch die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt, die mit dem dritten Saisonsieg die Gesamt-Führung übernahmen. „Die Führung im Gesamt-Weltcup ist eine schöne Momentaufnahme, mehr aber auch nicht“, sagte Wendl nach dem zehnten Weltcup-Erfolg. Dagegen verpassten Toni Eggert und Sascha Benecken eine Woche nach ihrem Debütsieg als Vierte knapp einen Podestplatz.