Fussball-Bundesliga

Remis in Hoffenheim – 96 hat das Siegen verlernt

Auch zum Rückrundenauftakt in Hoffenheim reichte es für Hannover nicht zum Gewinn von drei Punkten. 96-Coach Mirko Slomka war trotzdem zufrieden.

Acht Spiele in Folge ohne Sieg, das fünfte Remis in Serie - doch der insgesamt 100. Punkt als Trainer von Hannover 96 brachte „Jubilar“ Mirko Slomka dann doch kurz zum Strahlen. „Ich freue mich sehr über meinen 100. Punkt mit Hannover 96. Trotz der großen Personalprobleme haben wir einen guten Start in die Rückrunde hingelegt. Aber es ist äußerst unbefriedigend, in der Bundesliga solange nicht mehr gewonnen zu haben“, sagte der 44-Jährige nach dem 0:0 zum Jahresauftakt beim direkten Konkurrenten 1899 Hoffenheim.

Die Vorzeichen für Hannover standen vor der Partie schlecht. Ohne acht Stammspieler waren die Niedersachsen in den Kraichgau gereist. Und nach einer Hinrunde mit Höhen und Tiefen sowie einer Winterpause voller hausgemachter Probleme hatte Slomka einen Sieg bei den spielstarken Hoffenheimern gar nicht so richtig auf der Rechnung. Doch vor der enttäuschenden Kulisse von 24.800 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena waren die stark ersatzgeschwächten Gäste dem Sieg tatsächlich deutlich näher als die Gastgeber.

Denn auch ohne Ex-Nationalspieler Jan Schlaudraff und den beim Afrika-Cup weilenden Ivorer Didier Ya Konan erspielte sich Hannover vor allem vor der Pause ein deutliches Chancenplus. Zunächst ein Fast-Eigentor von Hoffenheims unsicherem Ersatz-Verteidiger Jannik Vestergaard (17.), dann Schüsse von Lars Stindl (18.) und Moritz Stoppelkamp (22.) - doch der Ball wollte nicht ins Hoffenheimer Tor.

„Wir haben unsere Chance leider nicht genutzt. Auswärts einen Punkt zu holen ist nicht ideal, aber wir können damit leben“, sagte Nationalkeeper Ron-Robert Zieler, der noch einmal unterstrich, dass Hannover in der Hinrunde „einige nicht so gute Spiele gemacht“ habe und nun erstmal kompakt stehen müsse. Der überzeugende Konstantin Rausch meinte: „Wir müssen an diese Leistung anknüpfen, dann werden wir auch bald in der Bundesliga wieder gewinnen.“

Hoffenheim nicht mehr als Mittelmaß

Einen Auswärtssieg kann 1899-Coach Holger Stanislawski in der kommenden Woche indes nicht wirklich einplanen. Die Kraichgauer müssen zu Meister Borussia Dortmund. Und in der aktuellen Verfassung scheint Hoffenheim nicht mehr als Mittelmaß zu sein. Auch während der Winterpause hat Stanislawski seine Elf nicht zu einer Mannschaft formen können - und auch nicht torgefährlicher gemacht.

Nach dem Remis gegen Hannover flüchtete Stanislawski erstmals sogar in Durchhalteparolen. „Wir müssen jetzt die Ärmel hochkrempeln und weitermachen. Wir hatten in der ein oder anderen Situation zu wenig Mut. Wir müssen endlich anfangen, die positiven Dinge zu fördern und uns zu belohnen. Es ist ganz wichtig, dass unsere Jungs dieses Gefühl bekommen“, sagte Stanislawski.


Babel enttäuscht erneut

Doch dazu fehlt nach bislang nur 19 Saisontreffern in 18 Spielen noch immer die Torgefahr. Der Niederländer Ryan Babel enttäuschte einmal mehr. Und weiterhin droht zudem der Abgang von Vedad Ibisevic zum VfB Stuttgart.

Hoffenheims Manager Ernst Tanner eröffnete am Wochenende schon einmal den Poker um den wechselwilligen Bosnier, obwohl ein Abgang von Ibisevic nur schwer zu kompensieren wäre. „Wir werden Ibisevic nur dann abgeben, wenn es für alle Seiten passt“, sagte Tanner, der im Falle eines Weggangs seines besten Torjägers noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden will. Einen torgefährlichen Mittelstürmer können die Hoffenheimer in jedem Fall gebrauchen.