Australian Open

Lisicki und Petzschner sind eine Runde weiter

Sabine Lisicki hat als dritte deutsche Spielerin die erste Runde der Australian Open überstanden. Auch Philipp Petzschner war erfolgreich.

Sabine Lisicki zitterte sich zu einem knappen Sieg gegen die Schweizer Qualifikantin Stefanie Vögele, Philipp Petzschner trauerte ein bisschen dem verpassten „Triple Bagel“ nach. Gemeinsam mit den beiden marschierte US-Open-Halbfinalistin Angelique Kerber am Dienstag mühelos in die zweite Runde der Australian Open. Insgesamt neun Deutsche hatten an den ersten beiden Tagen ihre Auftaktspiele in Melbourne gewonnen.

Während Lisicki beim 6:2, 4:6, 6:4 gegen Vögele 2:19 Stunden lang kämpfen musste, gelang Petzschner zum Auftakt das „fast perfekte Match“. Nach dem 6:0, 6:0, 6:2 gegen den Tschechen Lukas Rosol ärgerte sich der Davis-Cup-Spieler aus Bayreuth dann aber schon ein bisschen darüber, dass er die dreifache Null nicht geschafft hatte.

Beim 4:0 im dritten Satz gab Petzschner das erste Spiel ab. „So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben. Trotzdem war es das beste Match, was ich je gespielt habe. Es war fast perfekt“, sagte der Weltranglisten-63., der nun auf Milos Raonic (Kanada) trifft. "So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben. Trotzdem war es das beste Match, was ich je gespielt habe. Es war fast perfekt“, sagte der Weltranglisten-63., der nun auf Milos Raonic (Kanada) trifft.


Auch Angelique Kerber gab sich beim 6:1, 6:3 gegen Bojana Bobusic (Australien) keine Blöße und beschenkte sich einen Tag vor ihrem 24. Geburtstag selbst. Die Kielerin bekommt es jetzt mit Stephanie Dubois aus Kanada zu tun. Sein großes Potenzial deutete in der Night Session auf großer Bühne Nachwuchshoffnung Cedrik-Marcel Stebe an. Der 21-Jährige aus Vaihingen/Enz unterlag dennoch der ehemaligen Nummer eins Lleyton Hewitt (Australien) mit 5:7, 4:6, 6:3, 5:7.

Lisicki ging nach ihrem Kraftakt bei starkem Wind in der australischen Sommerhitze vor Erleichterung in die Knie. „Es lief zu viel schief, als dass ich es aufzählen könnte. Das Wichtigste war, dass ich gekämpft habe und mit dem Herzen dabei war“, sagte die an Position 14 gesetzte Berlinerin.

Im entscheidenden Durchgang lag die Wimbledon-Halbfinalistin zwischenzeitlich schon mit 2:4 zurück, behielt aber kühlen Kopf. Ihre Eisweste nutzte Lisicki während der Seitenwechsel eifrig, die jüngst erlittene Bauchmuskelzerrung hat sie auskuriert.


Lisicki jetzt gegen Peer

Besonderen Erfolgsdruck verspürt sie nach einer traumhaften letzten Saison mit zwei Turniersiegen und dem Coup von Wimbledon nicht. Lisicki: „Ich spiele, um zu gewinnen. Ich denke nicht ans Verteidigen der Punkte.“ Am Donnerstag wartet jetzt die Israelin Shahar Peer.

Für Petzschner scheint sich die gute Vorbereitung mit den Davis-Cup-Kollegen in der Münchner Tennis Base Oberhaching schon auszuzahlen. Dort hatte sich der 27-Jährige zusammen mit Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber im Dezember in Form gebracht. Petzschner, der zuvor meist in Köln trainiert hatte, gefällt die Gruppendynamik in München.

„Ich hatte es unterschätzt, wie man sich gegenseitig pushen kann. Du willst natürlich gegen die Kollegen gewinnen, das setzt vielleicht zusätzlich etwas frei. Ich glaube, man kann in diesem Jahr von uns einiges erwarten“, sagte der US-Open-Doppelsieger von 2011, der neuerdings auf dem Court von einem Freund entwickelte Kniestrümpfe trägt. Petzschner: „Sie fördern die Durchblutung. Ich hatte sie schon beim Fliegen immer an.“

Sämtliche Maßnahmen scheinen zu fruchten, immerhin war das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres für Petzschner bislang stets ein schlechtes Pflaster gewesen. Nach drei Erstrundenpleiten in Melbourne gelang ihm nun der erste Sieg in Australien. Ganz zufrieden war der Bayreuther, dem im gesamten Spielverlauf nur zwei unerzwungene Fehler unterliefen, aber nicht.

Mit einem „Triple Bagel“ hätte „Petzsche“ in Zukunft vor allem seinen Trainer Stefan Eriksson foppen können. Der Schwede hatte 1987 in Wimbledon gegen seinen berühmten Landsmann Stefan Edberg mit dreimal 0:6 verloren. „Eriksson erscheint immer vor Wimbledon in der Zeitung, wenn diese Statistiken aufgeführt werden. Hätte ich zu Null gewonnen, hätte Stefan morgen wohl wieder in der Zeitung gestanden“, sagte Petzschner schmunzelnd.

Auch Branchenführer Novak Djokovic hat die Mission Titelverteidigung im Eiltempo gestartet. Der topgesetzte Serbe gewann sein Auftaktmatch 6:2, 6:0, 6:0 gegen Paolo Lorenzi (Italien). Im Jahr 2011 erspielte Djokovic eine eindrucksvolle Bilanz von 70:6 Siegen. Vor den Augen seines neuen Trainers Ivan Lendl zog auch der letztjährige Finalist Andy Murray in die zweite Runde ein. Der Schotte besiegte Ryan Harrison (USA) 4:6, 6:3, 6:4, 6:2.