"Auszeit"

149 Dollar für Werbeplatz auf einem Ski-Helm

Ein achtjähriger Kanadier beweist, dass Kinder ihr Taschengeld durchaus sinnvoll einsetzen können. Zum Beispiel als Sponsor.

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Unsere Kleinen geben sich nicht mehr mit Kleingeld zufrieden. Deutsche Kinder zwischen 6 und 13 Jahren bekamen im vergangenen Jahr 1,67 Milliarden Euro Taschengeld, im Schnitt 24,80 Euro pro Monat, immerhin zwei Euro mehr als 2010.

Der Großteil der Penunzen verschwindet am Kiosk. Süßkram, Kaugummi, Comics und Eis – so lautet die Hitliste der vorpubertären Konsumgüter. Aber auch in jungen Jahren schlägt schon das deutsche Sicherheitsdenken durch. 81 Prozent der Kids legen Teile der elterlichen Transferleistungen beiseite. Über 700 Euro schlummern pro Kind auf Knax- und sonstigen Sparbüchern. Doch wohin mit der Knete?

Eine Anlagestrategie erreichte uns aus dem fernen Kanada. Dort wohnt Gage Ferguson, ein achtjähriger Junge, der am Asperger-Syndrom leidet, einer Form von Autismus. Gage ist ein Ski-Fan.

Besonders sein Landsmann Brad Spence hat es ihm angetan, bei Olympia 2010 in Vancouver trafen sich die beiden persönlich. Spence ist jedoch nicht der Schnellste. Im Weltcup stand er noch nie auf dem Podest, die Sponsorensuche ist schwierig, zuletzt sprangen zwei ab.

Eine lohnende Investition

Als Gage dies hörte, beschloss er zu helfen. Er zählte seine Ersparnisse durch. Er bot Spence 149 Dollar für den Werbeplatz auf dessen Helm an. Eine lohnende Investition, bescherte sie dem Jungen doch das Erlebnis seines Lebens.

Der kanadische Verband lud ihn und seine Eltern zum Weltcup am vergangenen Wochenende nach Wengen in die Schweiz ein. Gage gab eine kleine Pressekonferenz und durfte die Rennen im Betreuerbereich mitverfolgen. Sein Idol wurde beim Slalom zwar nur 21., dafür prangte auf dem Helm von Spence ein besonderer Schriftzug: „Gage Ferguson“.