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Breno beklagt sich auf Twitter über den FC Bayern

Der brasilianische Verteidiger Breno findet, dass sein Klub zurzeit "da etwas Schlechtes mit mir macht". Er ist unzufrieden über fehlende Einsätze in Testspielen.

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Undank ist der Welten Lohn: Bayern Münchens Abwehrspieler Breno hat den deutschen Fußball-Rekordmeister scharf kritisiert, obwohl der Verein den Brasilianer in den vergangenen Monaten privat und sportlich immer wieder massiv unterstützt hatte.

„Es ist nicht so, dass ich über das B-Team von Bayern schlecht reden will. Aber ich muss mit der zweiten Mannschaft ein Freundschaftsspiel machen. In dieser Phase, die ich durchmache - Bayern macht da etwas Schlechtes mit mir“, steht auf dem Account des Brasilianers (Breshow02) bei Twitter.

Bayern prüft die Hintergründe

Die Bayern wollten die Attacke auf Anfrage zunächst nicht kommentieren. Es sollten erst einmal die Hintergründe geprüft werden, hieß es. Erfreut dürfte der Verein aber kaum sein. Seine Zukunftsaussichten bei den Münchnern hat Breno mit dieser Aktion sicher nicht verbessert. Der Vertrag des 22-Jährigen, gegen den nach wie vor Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung geführt werden, läuft am Saisonende aus.

Nach monatelanger Verletzungspause nimmt Breno seit Anfang des Jahres zwar wieder am Mannschaftstraining der Bayern teil, eine Rückkehr ins Profiteam ist aber weiter nicht absehbar. Zuletzt gehörte er bei den Tests der Bayern in Indien und am Sonntag in Erfurt (4:0) nicht zum Kader. Um dem Verteidiger Wettkampfpraxis zu verschaffen, spielte Breno mehrfach in der zweiten Mannschaft, wie auch am Samstag bei Wacker Burghausen (1:1).

Die Münchner hielten zu Breno

Die Bayern hatten Breno trotz dessen erheblicher privater Probleme immer wieder den Rücken gestärkt und ihm die Treue gehalten. Als Breno wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung - er soll sein Haus in Grünwald angezündet haben - in Untersuchungshaft saß, sorgten die Bayern für seine Entlassung.

Der Verein hinterlegte die Kaution in Höhe von angeblich 500.000 Euro. Zu Beginn des Jahres machten sich die Verantwortlichen zudem dafür stark, dass Breno trotz eines Ausreiseverbots ins Trainingslager nach Katar und Indien mitfliegen konnte.

Trainer Jupp Heynckes hatte dort betont, dass Breno inzwischen wieder „voll integriert und voll anerkannt“ sei: „Er gewinnt Zuversicht, Vertrauen in seine Leistungen.“ Heynckes bewies aber auch Weitblick, als er sagte, er wisse, „wie die südamerikanische Seele tickt und wie die Leute vom Naturell und der Metalität her sind: Für sie ist Kommunikation von äußerster Bedeutung.“ Anscheinend auch via Twitter.

Sportdirektor Christian Nerlinger sagte zuletzt zum Thema Breno zurückhaltend, er habe es sich abgewöhnt, „die Dinge zu euphorisch zu sehen. Wir sind sehr zuversichtlich, werden aber in Ruhe abwarten, wie sich die Situation entwickelt.“

Der erneute Ärger um Breno ließ auch den Rückblick auf die gelungene Generalprobe der Bayern beim Drittligisten Rot-Weiß Erfurt in den Hintergrund treten. Sportlich sehen sich die Münchner vor dem Bundesliga-Auftakt am Freitag (20.30 Uhr/ARD, Sky und Liga total!) bei Borussia Mönchengladbach auf jeden Fall gerüstet, obwohl Superstar Franck Ribery wegen einer Gelb-Rot-Sperre fehlen wird.

„Wir werden in Gladbach richtig Gas geben“, kündigte Heynckes an. Thomas Müller ergänzte: „Wir sind gut vorbereitet. Wenn wir die Torchancen gegen Gladbach umsetzen, werden wir am Freitag gewinnen. Es geht darum, gleich ein Zeichen zu setzen.“