Australian Open

Haas spielt nach Erstrundensieg nun gegen Nadal

Die Australian Open haben aus deutscher Sicht sehr erfolgreich begonnen: Sechs Profis erreichten in Melbourne die zweite Runde.

Angeführt von Australien-Spezialist Tommy Haas und Tasmanien-Siegerin Mona Barthel haben die deutschen Hoffnungsträger in der Sommerhitze von Melbourne kühlen Kopf bewahrt. Am ersten Tag der Australian Open erreichte ein Sextett die zweite Runde und ließ zunächst die verletzungsbedingten Absagen der Topspieler Andrea Petkovic und Florian Mayer vergessen. Am Dienstag können beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres weitere sechs von insgesamt 15 gestarteten Deutschen nachziehen.

An der Stätte seiner bislang größten Erfolge wird sich Routinier Tommy Haas zu dieser Zeit schon auf eine besonders knifflige Aufgabe vorbereiten. Auf großer Bühne fordert der 33-Jährige, der schon dreimal im Halbfinale von Melbourne stand, am Mittwoch French-Open-Sieger Rafael Nadal (Spanien).

„Er ist vielleicht einer der Größten in diesem Sport überhaupt. Ich muss versuchen, es als riesige Herausforderung zu sehen. Wenn ich eine Chance haben will, muss ich am Limit spielen“, sagte Haas nach dem 7:6 (7:5), 3:6, 6:0, 7:5 gegen den Qualifikanten Denis Kudla (USA).

Nadal allerdings plagt sich mit einer Knieverletzung, die er sich am Sonntag auf kuriose Weise zugezogen hatte. „Ich saß auf einem Stuhl im Hotel, und es hat geknackt. Danach hatte ich Schmerzen“, sagte der Linkshänder, der trotzdem problemlos die zweite Runde erreichte.


Beck nun gegen Federer

Ein ähnliches Schwergewicht als Belohnung für den Erstrundensieg wartet auf Andreas Beck. Der Linkshänder aus Stuttgart bekommt es in der zweiten Runde mit Grand-Slam-Rekordgewinner Roger Federer zu tun. Gegen den Schweizer hatte Beck, der 6:4, 6:2, 4:6, 7:5 gegen Eric Prodon (Frankreich) gewann, bei den US Open 2010 verloren.

Um für den „Happy Slam“ fit zu sein, hatte Haas sogar seine Kernspin-Phobie überwunden. Die Untersuchung war jüngst nach einer Wadenverletzung notwendig geworden. „Eigentlich wollte ich nicht mehr in die Röhre. Ich habe da Probleme und mag die Geräusche nicht. Aber ich wollte wegen der Verletzung auf Nummer sicher gehen“, sagte der Wahl-Amerikaner, der zur Turniervorbereitung mit Federer trainiert hatte.

Aufsteigerin Mona Barthel indes konnte zum Auftakt ihrer Australian-Open-Premiere Kräfte sparen. Zwei Tage nach ihrem überraschenden Turniersieg in Hobart auf Tasmanien führte die Weltranglisten-44. aus Bad Segeberg bereits mit 6:0, als ihre Gegnerin Anne Keothavong (Großbritannien) wegen Unwohlseins aufgeben musste.

„Im Moment läuft alles perfekt. Es war schwierig, denn ich hatte nach Hobart nicht viel Zeit. Aber ich habe es gut gemeistert“, sagte Barthel, die nun auf die an Position 32 gesetzte Petra Cetkovska (Tschechien) trifft. Die neue Popularität bekam die trainerlose Barthel im Melbourne Park bereits zu spüren: „Die anderen Spielerinnen nehmen mich mehr wahr“, sagte die Einser-Abiturientin, die weiß: „Der Druck wird weiter steigen.“

Selbstvertrauen tankte nach einem mäßigen Jahr 2011 auch Philipp Kohlschreiber. Der 28-Jährige aus Augsburg besiegte den an Position 25 gesetzten Juan Monaco (Argentinien) 7:5, 4:6, 6:3, 6:7 (4:7), 6:0. Nach dem Wechselbad der Gefühle bei 33 Grad Celsius tauchte „Kohli“ erst einmal im Eiswasserbecken ab.

Seine Rückkehr an die Tennisbase Oberhaching scheint sich auszuzahlen. „Ich habe wieder Spaß am Tennis und bin der alte Philipp mit seinen Emotionen“, sagte der Weltranglisten-41., der die Saison-Vorbereitung mit Florian Mayer und Philipp Petzschner absolvierte. Für Kohlschreiber war es auch ein guter Test für die Davis-Cup-Partie gegen Argentinien (10. bis 12. Februar), in der er wohl wieder auf Monaco trifft.

Ebenso zufrieden war die zuletzt an einem Virus laborierende Julia Görges nach ihrem Auftaktsieg gegen die Slowenin Polona Hercog (6:3, 7:6). Einzig das Fehlen ihrer Doppelpartnerin Petkovic machte Görges traurig: „Ich vermisse ohne sie den Spaßfaktor.“ Auf die Fed-Cup-Spielerin wartet nun die Griechin Eleni Daniilidou. Der Weltranglisten-98. Tobias Kamke ließ dem rumänischen Routinier Victor Hanescu beim 6:2, 6:1, 6:2 kaum eine Chance. Nächster Gegner von Kamke ist der Ukrainer Aleksander Dolgopolow.

Am ersten Tag der Australian Open gaben sich die Favoriten keine Blöße. Titelverteidigerin Kim Clijsters aus Belgien siegte ebenso souverän wie die letztjährige Finalistin Li Na (China).