"Auszeit"

Schlüpfriges Material auf der Skipiste

Der internationale Skiverband geht seinen Rennläuferinnen an die Unterwäsche. Es stellt sich die Frage: Sind Gummihöschen so illegal wie Doping?

Foto: dapd / dapd/DAPD

Eiseskälte hat Einzug erhalten, zumindest in Alpennähe. Warm anziehen müssen wir uns für den sportlichen Skispaß mit Doppelsocken unter langer Unterbuchse. Nicht aus Baumwolle, denn die hautsympathische Naturfaser saugt sich beim Schwitzen mit Schweiß voll.

Der Profi greift zur Spezialunterwäsche aus Synthetik. Die gekräuselten Chemiefasern nehmen die Feuchtigkeit schnell auf und leiten sie an die Oberfläche zur Verdunstung weiter.

Es müssen ja keine Liebestöter sein

Es müssen ja keine Liebestöter sein, raffinierte Extras bestimmen die Skimode 2012. Was die Alpinen bei den Schussfahrten drunter tragen, beflügelt derzeit die Fantasie des Weltcupzirkus. Der Skisport-Weltverband Fis drang dabei in die intimsten Bereiche der Aktiven vor und beschlagnahmte die Unterwäsche der Slowenin Tina Maze.

In den Genuss des schlüpfrigen Materials kam die Fis durch einen Protest des Schweizer Verbandes. Der ungeheuerliche Verdacht: Maze soll bei ihrem zweiten Platz im Super G von Bad Kleinkirchheim mit einer Gummihose entscheidende Hundertstelsekunden geschunden haben.

Nun füg es sich, dass Maze nicht nur zu den schnellsten, sondern auch attraktivsten Skirennläuferinnen gehört und in der Branche offenbar alle Hemmungen und Hüllen fallen: Auch die nicht minder ansehnliche Österreicherin Anna Fenninger wurde angeschwärzt, weil sie angeblich verbotenes Dessous trägt.

Der erste Protest verpuffte. „Die Luftdurchlässigkeit war bei Mazes Innenanzug erfüllt“, verriet Fis-Mann Andi Krönner dem „Blick“. Wäre ja sonst auch ein Problem für die Darmwinde gewesen. Doch das Portal „Vienna Online“ hält Gummihöschen schon mindestens für so „illegal wie Doping“. Das geht uns entschieden zu weit unter die Haut.