Biathlon-Weltcup

Neuner wird Dritte im Einzel bei Mäkäräinen-Sieg

Auf ihrer Abschiedstournee wird Magdalena Neuner zum Dauergast auf dem Podium. Bei der Weltcup-Premiere in Nove Mesto lief die 24-Jährige auf Rang drei.

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Völlig erschöpft kauerte Magdalena Neuner im Zielraum im Schnee und schnappte nach Luft. Doch der Kraftakt der Rekord-Weltmeisterin mit einem intensiven Endspurt zahlte sich aus.

Die Biathlon-Königin erkämpfte sich bei der Weltcup-Premiere im tschechischen Nove Mesto im Einzelrennen über 15 km mit Rang drei bereits ihren achten Podestplatz der Saison. Der verpasste Sieg störte die 24-Jährige aus Wallgau deshalb überhaupt nicht. „Ich bin mit allen Podiumsplätzen zufrieden, egal ob eins oder drei. Ich habe ein gutes Rennen gemacht“, sagte Neuner, die ihre Führung im Gesamtweltcup ausbaute.

Beim ersten Saisonsieg der Gesamtweltcup-Gewinnerin Kaisa Mäkaräinen an deren 29. Geburtstag fehlten Neuner nach zwei Schießfehlern 32,9 Sekunden auf die Finnin - das lag aber nicht etwa an einer besonders schlechten Schießleistung: „Das war ein ordentliches Rennen und ich habe mich gut gefühlt, auch das Schießen war okay“, sagte die zehnmalige Weltmeisterin: „Leider haben wir heute Materialprobleme gehabt, das muss man klar so sagen.“

Anspruchsvolle Strecke

Der äußerst anspruchsvolle Kurs im Austragungsort der WM 2013 in Kombination mit dem nassen Schnee bereitete den meisten Starterinnen große Probleme. „Im Anstieg konnte ich immer noch gut mithalten, aber auf der Abfahrt war das nicht so recht möglich und ich hatte Probleme“, sagte Neuner, die am Ende auch die schwedische Einzel-Weltmeisterin Helena Ekholm vor sich hatte.

„Die Strecke ist für uns sehr schwierig, es gibt eigentlich kein Teilstück, bei dem man sich ausruhen kann. Sie ist sehr selektiv, was mir eigentlich entgegen kommt“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin, die beim letzten Weltcup in Oberhof im Sprint und Massenstart gesiegt hatte und auch im Sprintrennen am Freitag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) wieder angreifen will.

Letzter Schuss daneben

Glücklich verließ auch Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld), die bereits beim Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund mit Platz sechs überzeugt hatte, die Strecke im Herzen Tschechiens. Zwar setzte die 24-Jährige nach 19 Treffern ausgerechnet den letzten Schuss daneben, trotzdem schaffte sie als Zehnte ein sehr ordentliches Ergebnis.

„Der letzte Fehler war sehr ärgerlich. In dem Moment habe ich vielleicht ein bisschen zu viel gewollt“, sagte Hildebrand: „Mein Ziel war heute ein Platz in den Top 15, deswegen bin ich sehr zufrieden.“

Das konnten ihre deutschen Teamkolleginnen nur bedingt sein. Doppel-Olympiasiegerin Andrea Henkel (Großbreitenbach/3 Schießfehler/16.) und Einzel-Vizeweltmeisterin Tina Bachmann (Schmiedeberg/5/31.) waren mit Hoffnungen auf vordere Platzierungen gestartet, musste diese aber am Schießstand schnell wieder begraben.

„Die Fehler waren alle nicht weit weg. Im Sprint heißt es: neues Rennen, neues Glück“, sagte Bachmann, die genau wie Sabrina Buchholz (Oberhof/3/29.) nicht überzeugen konnte.

Gössner mit sieben Fehlern

Einen rabenschwarzen Tag erwischte erneut Staffel-Weltmeisterin Miriam Gössner (Garmisch), die sieben ihren 20 Schüsse neben die Scheibe setzte und auf Platz 58 landete. „Ich weiß nicht, was ich heute falsch gemacht habe. Ich arbeite daran, dass es besser wird. Ich kann's nicht erklären“, sagte die 21-Jährige.

Der Weltcup in Tschechien wird am Donnerstag (14.15 Uhr/ZDF und Eurosport) mit dem Einzelrennen der Männer über 20 km fortgesetzt.