"Auszeit"

Für Stanislawski ist der Kraichgau die neue Riviera

Holger Stanislawski kann endlich über Lucien Favre lachen und wird dank Totenkopf-Dekor am Ende doch in Hoffenheim heimisch.

Da stand Lucien Favre nun mit Kapuze und triefenden Trainingssachen auf dem Fußballplatz in Belek und murmelte: "Ich will doch nur Sonne." Die war ihm und den Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach nämlich versprochen worden, als sie das Wintertrainingslager an der türkischen Riviera gebucht hatten, und zwar rund um die Uhr.

Stattdessen fanden sich außer Favre auch dessen Kollegen Thomas Schaaf, Bruno Labbadia, Michael Skibbe und Dieter Hecking im Dunkeln wieder – nach heftigem Regen und orkanartigen Böen war phasenweise der Strom ausgefallen. An Training war jedenfalls nicht zu denken; die Konkurrenten des Quintetts wird's freuen. Sofern sie nicht aus Schalke kommen.

Nebel in der Wüste

Die Königsblauen sind erstmals unter Huub Stevens dem deutschen Winter entflohen – dachten sie zumindest. In Doha/Katar hat es zwar sommerliche 23 Grad Celsius. Dennoch musste der Test gegen eine Militärauswahl wegen dichter Nebelschwaden abgebrochen werden. Nebel in der Wüste? Davon stand im Reiseprospekt sicherlich nichts.

Die Gewinner der Vorbereitung heißen schon jetzt Holger Stanislawski und Jos Luhukay. Sie blieben mit der TSG Hoffenheim und dem FC Augsburg daheim. Dort ist das Wetter zwar auch nicht wie im Bilderbuch, aber wenigstens berechenbar. Außerdem kann Stanislawski die Zeit nutzen, den Kraichgau endgültig zu seiner Heimat zu machen: Eine St. Pauli-Tasse in der Küche, St.Pauli-Bettwäsche im Schlafzimmer, dazu ein St.Pauli-Wimpel über dem Sofa – und schon gibt es für ihn keinen Grund mehr, Hoffenheim zu verlassen.

Laut Wetterbericht soll in Belek und Doha in den nächsten Tagen übrigens wieder die Sonne scheinen.