Biathlon-Weltcup

Neuner und Birnbacher gewinnen Massenstartrennen

Auf ihrer Abschiedstournee läuft Magdalena Neuner der Konkurrenz auf und davon. Auch das Massenstart-Rennen der Männer hatte einen deutschen Gewinner.

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Königin Magdalena Neuner sowie die Prinzen Arnd Peiffer und Andreas Birnbacher haben den Thron in der Biathlon-Hochburg Oberhof bestiegen. Bei ihrem letzten Auftritt in der Rennsteig-Arena triumphierte Neuner nach ihrem Sprintsieg auch im Massenstart und lief dabei die hochkarätige Konkurrenz in Grund und Boden.

25.000 Fans feierten wehmütig mit der 24-Jährigen aus Wallgau, die am Saisonende ihre Karriere beendet. Rund 50 Tage vor Beginn der Heim-WM in Ruhpolding (29. Februar bis 11. März) nährten auch Birnbacher mit seinem Massenstartsieg sowie Peiffer mit seinem Sprintsieg die deutschen Hoffnungen auf einen Medaillenregen in Ruhpolding.

„Ich merke insgesamt einfach, dass ich gut drauf bin und mir alles sehr viel Spaß macht. Ich hoffe, dass es so weitergeht“, sagte Neuner. Vergessen waren nach den Weltcupsiegen Nummer 27 und 28 auch die sieben Fehlschüsse, mit denen sie die Staffel zum Auftakt um den sicher geglaubten Sieg gebracht hatte. Die deutschen Skijäger gewannen vor insgesamt 100.500 Zuschauern in den Tagen von Oberhof zum ersten Mal alle vier Einzelrennen.

Henkel macht weiter

Für viel Freude bei den Fans und Verantwortlichen sorgte auch Andrea Henkel. Die 34 Jahre alte Doppel-Olympiasiegerin, die im Massenstart als Dritte aufs Podest fuhr, wird ihre Karriere bis zu den Olympischen Spielen 2014 im russischen Sotschi fortsetzen. „Es macht mir noch Spaß, und ich habe keinen Grund aufzuhören“, sagte die siebenmalige Weltmeisterin.

In Sotschi könnte Henkel nach dem Willen von DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller bereits Athletinnen an ihrer Seite haben, die derzeit noch im Skilanglauf-Weltcup unterwegs sind.

Talente wie Hanna Kolb (Buchenberg) oder Denise Herrmann (Oberwiesenthal) sollen auf ihre Tauglichkeit als Skijägerinnnen getestet werden. „Wir machen unser Geld momentan nicht mit dem Skilanglauf. Medial und über unsere Sponsoren machen wir unser Geld im Biathlon“, hatte Pfüller in Oberhof erklärt.

Für Neuner schloss sich am Sonntag nach fünf Jahren ein Kreis. Im Januar 2007 hatte sie im Thüringer Wald ihren ersten Weltcup-Sieg gefeiert.

„Der Plan war Vollgas bis ins Ziel. Das habe ich durchgezogen, ohne dass es weh tat. Ich wollte meine Gegner nicht demoralisieren, ich war läuferisch einfach so gut drauf“, sagte Neuner, die nach 12,5 km und drei Schießfehlern in 40:02,2 Minuten mit 12,5 Sekunden vor der Norwegerin Tora Berger (2 Schießfehler) und Henkel (Großbreitenbach/32,0/1) gewann.

Nach ihrem letzten Rennen am Rennsteig dankte Neuner den Zuschauern. „Ich möchte mich bei allen Fans bedanken, die mich in all den Jahren in Oberhof angefeuert haben. Ich habe hier meinen ersten Weltcupsieg gefeiert und freue mich, jetzt auch mit einem Sieg aufzuhören. Ich hatte immer eine tolle Zeit hier“, sagte Neuner.

Rund zwei Stunden später machte Birnbacher den deutschen Tag in der Rennsteig-Arena perfekt. „Ich weiß gar nicht, wie das passiert ist. Ich habe mich eigentlich schlecht gefühlt“, sagte der 30-Jährige aus Schleching.

Fehlerfreier Birnbacher

Birnbacher blieb bei vier Schießeinlagen fehlerfrei und legte damit den Grundstein für den umjubelten Erfolg. Der Schlechinger gewann in 38:34,6 Minuten vor dem Franzosen Simon Fourcade (24,3 Sekunden zurück/1 Fehler) und dem Norweger Emil Hegle Svendsen (29,6/3).

Peiffer, Sieber im Massenstart, hatte am Samstag nach dem Sprintsieg von Neuner für den zweiten Paukenschlag gesorgt. Hauchdünn mit 1,1 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Simon Fourcade gewann der Niedersachse sein fünftes Weltcuprennen und meldete sich nach seinem verschlafenen Saisonstart zurück.

"Blasam für die Seele"

„Dieser Sieg war Balsam für die Seele“, sagte Peiffer: „Ich bin auf dem richtigen Weg. Dabei profitiere ich auch von den Erfahrungen der letzten Jahre.“

Trotz eines Schießfehlers stürmte Peiffer mit der zweitbesten Laufzeit und einem furiosen Schlussspurt an die Spitze des Feldes, in dem allerdings die beiden Topstars Tarjei Bö (Norwegen) und Martin Fourcade (Frankreich) fehlten.