Vierschanzentournee

Finale droht im Schneechaos zu versinken

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Wegen heftigen Schneefalls musste die Qualifikation für das finale Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen abgebrochen werden. Die Sicherheit der Sportler war nicht mehr gewährleistet.

Das Finale der 60. Vierschanzentournee droht im Wetterchaos zu versinken. Nach extremem Schneefall musste die Qualifikation für das Dreikönigsspringen in Bischofshofen frühzeitig abgebrochen werden. Die Prognosen für den Wettkampf am Freitag sind nicht besser. Erneute Wetterkapriolen mit starkem Schneefall wurden angekündigt und könnten den Ausgang der Tournee beeinflussen.

"Wir haben es nicht in den Griff bekommen und wollten keine Risiken eingehen. Es geht um die Gesundheit der Sportler und ordentliche Bedingungen“, sagte FIS-Renndirektor Walter Hofer, nachdem bereits 25 Springer über den Schanzentisch gegangen waren: „Es hat einfach zu nass geschneit, da können wir nichts machen.“

Der frühzeitige Abbruch wurde von den Aktiven und Trainern begrüßt. „Es war klar, dass abgebrochen werden musste. Es ging um die Fairness und die Gesundheit der Springer“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. Das sah auch sein österreichischer Kollege Alexander Pointner so: „Man hätte nicht anders entscheiden dürfen, das war genau richtig.“

Ein deutscher Springer musste bei den widrigen Bedingungen nicht in die Spur, während sich die Topstars ohnehin gegen einen Start entschieden hatten. „Bei dem Wetter kann man nicht viel gewinnen, es schneit viel zu stark“, sagte der überlegene Tournee-Führende Gregor Schlierenzauer kurz vor dem Abbruch: „Ich hoffe, dass es beim Wettkampf halbwegs fair wird und wir gute Bedingungen bekommen.“ Auch sein ärgster Verfolger und Landsmann Andreas Kofler (17,0 Punkte Rückstand) hatte bereits angekündigt, zu verzichten.

Die Wetterprognosen für das Tournee-Finale am Freitag (16.30 Uhr/ARD und Eurosport) sind allerdings alles andere als gut. Neuerlicher nasser Schnee könnte die Anlaufspur wieder stumpf machen und das Risiko für die Sportler erhöhen. „Aber wir planen momentan, den Wettkampf durchzuführen“, sagte Hofer.

Am Freitag um 15 Uhr soll es den zweiten Quali-Versuch geben, dabei kommen die besten 50 Springer in den ersten Wettkampfdurchgang. Dort gibt es allerdings nicht das gewohnte K.o.-Springen, sondern nur die Top 30 schaffen es wie im Weltcup ins Finale.

Erst zum achten Mal in der Geschichte der Tournee gibt es damit am Tag des Springens auch die Qualifikation. Zuletzt war das aufgrund von heftigen Wetterkapriolen 2010 in Innsbruck der Fall gewesen.

Bereits zum Auftakt in Oberstdorf wurde die Quali wegen ständig wechselnder Bedingungen abgebrochen und anschließend neu gestartet. Auch in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck gab es bei Regen und wechselhaften Winden mehrfach Verzögerungen.

Die schwierigen äußeren Bedingungen forderten im Verlauf der Tournee auch prominente „Opfer“. So wurde der Japaner Daiki Ito, zu diesem Zeitpunkt Dritter der Gesamtwertung, in Innsbruck bei extremem Rückenwind vom Balken gelassen - und stürzte jämmerlich ab. „Das war eigentlich unverantwortlich, so etwas darf nicht wieder passieren“, sagte Pointner.

Doch auch einer seiner Springer war auf der Bergiselschanze betroffen. Titelverteidiger Thomas Morgestern wurde im zweiten Durchgang ebenfalls „vom Winde verweht“. Ähnliche Situationen sollen am Freitag unbedingt vermieden werden. Aber das Wetter können die Veranstalter bei allen Mühen eben nicht beeinflussen.

( sid/mim )