Schalke-Stürmer

Farfans skandalöse Gier kennt keine Grenzen

Eigentlich müsste Schalke Farfan rausschmeißen, der dem Klub mit Stollenschuhen auf der Nase herumtanzt. Denn sein Verhalten ist schlichtweg skandalös.

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Stellen Sie sich vor, morgen klingelt Ihr Chef. Er fragt höflich an, ob Sie nicht Lust hätten, in Zukunft für mehr als das doppelte Gehalt zu arbeiten. Und Sie sagen: "Kein Problem. Aber zusätzlich hätte ich gern noch sechs meiner alten Jahresgehälter als Handgeld obendrauf."

Totaler Quatsch? Nicht bei Jefferson Farfan!

Der Stürmer in Diensten von Schalke 04 ist generell als Profi bekannt, dem Geld wichtiger ist als Ruhm und Tore. Das mag legitim sein in einem Business, in dem die Protagonisten im besten Fall 15 Jahre gutes Geld verdienen können. Doch die Gier des Peruaners scheint offenbar keine Grenzen zu kennen. Und die Mittel, mit denen er seine Forderungen durchsetzen will, sind schlichtweg skandalös.

Vor genau einem Jahr schwänzte er den Trainingsauftakt, weigerte sich anschließend, mit seinen Kollegen ins Trainingslager zu fahren. Er wolle weg, ließ er übermitteln. Felix Magath allerdings, damals noch in Diensten der Gelsenkirchener, tat der Liga einen großen Gefallen und gab den Erpressungsversuchen des Flegels nicht nach.

Im Sommer bot Magaths Nachfolger auf dem Managerstuhl an, Farfans Gehalt von 2,8 auf sechs Millionen Euro anzuheben und seinen Vertrag bis 2014 zu verlängern. Ein üppiges, wenn auch seinen Leistungen gerade noch angemessenes Salär.

Und was macht Farfan? Zögert, taktiert und eiert so lange rum, bis die Schalker das Angebot entnervt zurückziehen. Ach ja: Zudem forderte er 14 Millionen Euro Handgeld, wie die "Bild"-Zeitung berichtet.

Dass er unterdessen auf der Homepage seines Beraters Interviews gibt, in dem er sagt, wie sehr er Schalke liebt, mag zum normalen Blabla gehören, an den sich die Fans schon beinahe gewöhnt haben. Das wirklich Verwerfliche ist: Der Peruaner hat die Schalker da, wo er (und seine windigen Agenten) sie haben wollen. Eigentlich müsste S04 den Spieler rausschmeißen, der ihnen mit Stollenschuhen auf der Nase herumtanzt.

Doch Farfan ist gebundenes Kapital: 2010 hat der Verein zehn Millionen Euro für ihn bezahlt. Die wären weg, wenn ihn fristlos gekündigt werden würde. Zudem würde sich Farfan ins Fäustchen lachen: Das, was sein neuer Klub in diesem Fall an Ablöse sparen würde, könnte der Peruaner als Handgeld einfordern. Eine Zwickmühle.

Die einzige Chance der Branche: Sie müsste die Gier-Profis ächten und gemeinsam beschließen, solche Spieler nicht aufzunehmen. Ob sich derartige Solidarität in diesem durchtriebenen Geschäft allerdings durchsetzen lässt, muss leider bezweifelt werden.