Ski Alpin

Keppler landet auf Lieblingsstrecke nur auf Rang 17

Im Ziel zuckte Stephan Keppler mit den Schultern und schüttelte ratlos den Kopf.

Nach starken Trainingsleistungen hatte der 28 Jahre alte Skirennfahrer noch mit einer absoluten Top-Platzierung geliebäugelt, bei der Weltcup-Abfahrt im italienischen Bormio reichte es am Donnerstag aber nur für Platz 17.

„Das ist schon eine Riesen-Enttäuschung. Ich hätte hier um das Stockerl mitfahren können. Aber das ist natürlich schlecht, das war gar nix", sagte der frustrierte Keppler, dem 1,96 Sekunden auf den Schweizer Sieger Didier Defago fehlten. Der Olympiasieger setzte sich vor seinem Landsmann Patrick Küng und Klaus Kröll aus Österreich durch. Für die Eidgenossen war es der erste Sieg in der Lombardei, Defago feierte seinen ersten Erfolg seit seinem Gold 2010 in Kanada.

Nach zuletzt aufsteigender Form konnte das deutsche Team auf der tückischen Stelvio-Piste seine eigenen hochgesteckten Hoffnungen nicht ganz erfüllen. „Es war ein sehr schweres Rennen, die Leistung von Keppes war entsprechend. Es war eine ordentliche Leistung", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier und zeigte sich nicht unzufrieden. „Das war völlig am Limit, das war mit Abstand die schwerste Abfahrt der Saison." Tobias Stechert verpasste auf Platz 33 ebenso Punkte wie Andreas Sander, der geschwächt durch einen Infekt 43. wurde. Bei seinem vierten Weltcup-Auftritt wurde Josef Ferstl zunächst abgewunken und kam im zweiten Anlauf auf einen respektablen 35. Rang.

Im Training hatte Keppler an den Vortagen noch mit der Weltspitze mitgehalten und war sogar – allerdings mit Torfehler – einmal Bestzeit gefahren. „Ich war gut dabei, deshalb fahre ich auch zuversichtlich nach Wengen. Ich weiß, dass ich es kann", meinte der Ebinger, der mit Gegenwind kämpfte. Zudem klagte er über Probleme mit der Abstimmung und musste kurz vor dem Start eine andere Platte auf dem Ski montieren.

Vor dem nächsten Speed-Weltcup in der Schweiz in der zweiten Januar-Woche will er eine Trainingspause wegen einer Verletzung an der Patellasehne einlegen. Diese zog er sich vor Weihnachten bei den Rennen in Gröden zu. „Es ist nichts Schlimmes. Ich will es nur nicht die ganze Saison mit mir rumschleppen", sagte Keppler, der zuletzt als Sechster im Super-G von Gröden geglänzt hatte.

So fällt auch trotz des durchwachsenen Jahresendes das Resümee der deutschen Herren für die ersten zwei Saisonmonate sehr positiv aus. Im Riesenslalom hat sich Fritz Dopfer in der erweiteren Weltspitze etabliert und fuhr als Dritter in Beaver Creek sein erstes Podest ein. Auch Felix Neureuther kämpfte sich nach überstandener Knieverletzung im Slalom auf das Podium. Und dank guter Resultate sicherte sich der Deutsche Skiverband weitere Startplätze in Abfahrt und Super-G. „Das Fazit im Speed ist durchaus positiv. Es ist nur schade, dass wir nie den Sack zumachen können", sagte Herren- Cheftrainer Karlheinz Waibel.