Ski Alpin

Geiger erkämpft Rang vier – Schild nicht zu stoppen

Rot-weiß-rot feierte den nächsten Coup von Marlies Schild, die US-Girls trafen sich zum Gruppenknuddeln – dagegen haderten die deutschen Torlauf-Asse mit ihrem Abschneiden.

Maria Höfl-Riesch hatte sich nach zwei Slalom-Podestplätzen in dieser Saison auch am Donnerstag in Lienz/Österreich mehr als nur Rang neun erhofft. Für Christina Geiger bedeutete Rang vier zwar die zweitbeste Platzierung ihrer Weltcup-Karriere, aber dass sie das Podium nur um 3/100 Sekunden verpasste, nagte schon ein wenig an der 21-jährigen Oberstdorferin.

„Ganz zufrieden bin ich nicht mit der Teamleistung", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier – am Vortag hatte Viktoria Rebensburg ebenfalls als Vierte das Stockerl im Riesenslalom verfehlt. Selbst bei Geiger, seiner Besten am Donnerstag, vermisste er „die letzte Angriffslust", lobte aber die „technisch sehr gute Fahrt" und ihre aufsteigende Form. „Es war super, dass ich zeigen konnte was ich drauf habe", sagte die Junioren-Weltmeisterin von 2010. Aus dem deutschen Team holten auch die zuletzt zweimal als Laufzeitbeste aufgefallene Lena Dürr als 18., Fanny Chmelar auf Rang 20 und Katharina Dürr auf dem 30. Platz Weltcup-Punkte.

Während die deutschen Damen nicht rundum glücklich Kurs auf das neue Jahr nahmen, das durch den Ausfall des München-Weltcups nun am 3. Januar mit einem Slalom in Zagreb wettkampfmäßig startet, feierte Österreich mit einem Fahnenmeer den 31. Slalom-Sieg von Schild. 0,79 Sekunden betrug ihr Vorsprung auf die Slowenin Tina Maze, 1,30 Sekunden der auf die erst 16-jährige Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin fuhr im fünften Rennen zum ersten Mal auf das Podium.

„Dass sie früher oder später ordentlich Gas geben wird, hat man schon ein paar Mal gesehen", sagte Höfl-Riesch zum Auftritt der Amerikanerin. Im Ziel wurde diese von einer ganzen Horde Teamkolleginnen geherzt. Darunter auch Sarah Schleper, die im ersten Durchgang ihre Weltcup-Karriere mit einer kuriosen Fahrt im Minikleid beendete hatte.

Für Höfl-Riesch war Rang neun nicht passend zu einem insgesamt hervorragenden Jahr. Im März feierte sie den Gesamtweltcupsieg, später die Hochzeit mit ihrem Manager. „Ein tolles Jahr, auch wenn das Ergebnis heute nicht ganz so war. Insgesamt geht die Formkurve nach oben", sagte die 27-Jährige, „jetzt feiern wir ein bisschen Silvester und dann geht es eh schon gleich wieder weiter." Anders als 2008 und 2010 konnte sie ihrem Vater, für den im Zielraum ein Geburtstagsständchen gespielt wurde, keinen Podestplatz widmen.

Groß war wieder der Vorsprung von Schild – aber das ist der Weltcup ja mittlerweile gewohnt. 1,19 Sekunden vor der Schwedin Maria Pietilä-Holmner waren es in Aspen, 1,87 Sekunden in Courchevel auf die Finnin Tanja Poutiainen, 0,46 in Flachau auf Höfl-Riesch. Gerne war sie nach Lienz zurückgekehrt, wo die zweite Karriere Schilds vor zwei Jahren begonnen hatte. Denn nach einem Trümmerbruch im linken Unterschenkel hatte sie dort wieder gewonnen. „Der Sieg vor zwei Jahren war sicherlich etwas Besonderes, das war mein Comebacksieg. Daran werde ich mich immer erinnern", sagte die österreichische Seriensiegerin.