"Auszeit"

Der Skispringer Freitag ist reich, stark, erotisch

Die Siegerehrung bei der Vierschanzentournee fand Jahre lang ohne Deutsche statt. Dieser Freitag wird aber der Freitag des Skispringers Richard Freitag werden.

Foto: dpa / dpa/DPA

Seit zehn Jahren hat kein deutscher Skispringer mehr bei der Vierschanzentournee gewonnen. Aber nun naht der Tag der Tage. Richard Freitag will siegen. In Oberstdorf. An einem Freitag. Das muss doch klappen.

Zumal der Nachname mit überirdischeren Dingen zu tun hat als dem zunächst assoziierten Müßiggang. Freya ist die Namenspatronin des fünften Tages, ihres Zeichens germanische Liebesgöttin. Nehmen wir die Bedeutung des Vornamens hinzu (Richard = reich und stark), ergibt sich ein absoluter Traumtyp mit Geld, Muskeln und der Venus des Nordens im Bunde.

Und: 22600 andere Freitage können Richard unterstützen. So viele gibt es in Deutschland; kein anderer Wochentag ist bei Nachnamen häufiger vertreten. Gefolgt von den 24 liebsten Stunden der Deutschen: 16000 Menschen im Lande sind jeden Tag Sonntag.

Echte Sensation wäre der Sieg eines Dienstags am Dienstag

Mittwoche hingegen sind rarer als Trüffel, es gibt nur 200 von ihnen. Und eine echte Sensation wäre der Sieg eines Dienstags am Dienstag. So dürfen sich laut Internetrecherche nur fünf Deutsche am Telefon melden.

Wem diese Vorzeichen für Freitags Sieg am Freitag nicht genügen, der sollte seinen Blick auf den folgenden Tag richten. 420 Samstage gibt es in Deutschland, plus 120 mit der serbischen Bedeutung des Wochentages: Subota. Einer von ihnen spielt in der Bundesliga. Neven Subotic wurde im April mit Borussia Dortmund Meister. An einem Samstag versteht sich.

Nur der Fußballspieler Sunday Oliseh tanzt aus der Reihe. Olympiagold 1996 gewann der Nigerianer ein paar Stunden zu früh. Aber er hat bestimmt bis tief in den Sonntag gefeiert.