"Auszeit"

Der Scrooge der Bundesliga heißt Jermaine Jones

Pünktlich zu Weihnachten hat den Schalker die Reue gepackt: Jones hat sich bei Marco Reus für seinen Tritt entschuldigt, allerdings nicht ganz fehlerfrei.

Über das Wunder der Weihnacht ist ja schon viel geschrieben worden, am bezauberndsten vielleicht von Charles Dickens. In „Christmas Carol“ wird der Oberfiesling Ebenezer Scrooge vom Geist der Weihnacht derart beseelt, dass er am Ende milde Gaben verteilt und für immer von seiner Bosheit geheilt ist.

Der Scrooge der Bundesliga heißt Jermaine Jones. Der Schalker ist bei vielen Kollegen so beliebt wie ein Muskelfaserriss. Er steht in dem Ruf, mit chirurgischer Präzision an den Schienbeinschonern der Gegenspieler vorbeitreten zu können. Und hätte es noch einen Beweis bedurft, wes Geistes Kind Mr. Jones ist, sei auf den 21. Dezember verwiesen.

Pünktlich zu Weihnachten hat Jones die Reue gepackt

In Großaufnahme war zu sehen, wie er im DFB-Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach Marco Reus ins Auge fasst, sich anschleicht und ihm mit Wonne auf den linken Fuß tritt , jenen Fuß, dessen kleiner Zeh angebrochen ist. Anschließend spielte er den Unschuldigen.

Doch pünktlich zu Weihnachten hat Jones die Reue gepackt. Vielleicht war es auch die Anzeige, die ein Gladbacher Fan angeblich gegen ihn erstattet haben soll . Oder die Ermittlungen des DFB-Sportgerichts. Auf jeden Fall griff er im Urlaub zum Telefon und hauchte eine Entschuldigung in Reus' Ohr. „Ich habe ein Fehler gemacht, den ich auch sehr bedauere“, teilte er dem Gladbacher mit.

Da eine Entschuldigung, von der keiner weiß außer den beiden Protagonisten, allerdings brotlose Kunst ist, twitterte der reuige Sünder seine gute Tat prompt in die Welt hinaus. „Ich habe mit Marco Reuss telefoniert und das Ding aus der Welt geschafft“, schrieb er. Dass er dabei den Namen seines Opfers falsch geschrieben hat, scheint noch das kleinste Übel zu sein…