Ski alpin

Höfl-Riesch trotz Knieproblemen Zweite beim Slalom

Maria Höfl-Riesch hat ihr bestes Saisonergebnis eingefahren. Nur die Österreicherin Marlies Schild war beim Slalom in Flachau schneller als die Deutsche.

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Maria Höfl-Riesch hat bei ihrem Lieblingsrennen den Schmerzen getrotzt und sich trotz eines lädierten linken Knies das beste Resultat der Saison gesichert. Beim Nachtslalom von Flachau belegte die Doppel-Olymiasiegerin einen starken zweiten Rang. Den erneuten Triumph der überragenden Österreicherin Marlies Schild konnte sie jedoch nicht verhindern.

Dennoch war die 27-Jährige mit ihrem nicht erwarteten vorweihnachtlichen Geschenk „super zufrieden“. Freudestrahlend riss sie im Zielraum die Arme in die Höhe und holte sich anschließend das verdiente Küsschen von Ehemann Marcus Höfl ab. „Das ist traumhaft, ich bin einfach nur happy. Das hätte ich nicht für möglich gehalten“, sagte Höfl-Riesch nach ihrer zweiten Podest-Platzierung des Winters. In Aspen war sie im Slalom Dritte geworden.

Die Gesamt-Weltcupsiegerin 2011 hatte zwar im Rennen „leichte Schmerzen. Es ist immerhin ein kleiner Knorpelschaden auf der Gelenksfläche. Ich habe dies aber ausblenden können. Ich hatte vollstes Vertrauen in mein Knie“, sagte Höfl-Riesch, die im Januar 2011 in Flachau gewonnen hatte und 2010 auf der Piste am Grießenkar Zweite geworden war.

Höfl-Riesch lobt Schild

Auch diesmal lief es trotz Verletzung glänzend - doch Marlies Schild war einmal mehr nicht zu schlagen. In 1:51,53 Minuten lag die 30-Jährige bei ihrem vierten Slalom-Sieg in Serie 0,46 Sekunden vor Höfl-Riesch und 0,82 Sekunden vor Tina Maze (Slowenien). „Sie ist eine Klasse für sich und fast unschlagbar, der Wahnsinn“, lobte Höfl-Riesch ihre Kontrahentin nach deren 32. Weltcup-Erfolg.

Dennoch war auch die Leistung von Höfl-Riesch sehr beachtlich, da sie nach eigener Aussage derzeit selbst beim Gehen aufpassen muss, „dass ich nicht in einem falschen Winkel auftrete. Dann sticht es nämlich brutal.“ Deshalb nahm Höfl-Riesch vor dem Rennen Schmerztabletten. Auch nach dem ersten Lauf, den sie noch als Dritte beendet hatte, wurde sie noch einmal behandelt.

Um das Knie nicht noch weiter zu schädigen, legt die 27-Jährige nun eine kurze Pause ein. Eigentlich wollte sie vor dem Weihnachtsbesuch bei ihren Eltern in Garmisch-Partenkirchen noch zwei Tage trainieren, „doch nun werde ich ein paar Tage Ruhe geben und das Knie behandeln lassen“.

Am Dienstag war die Entscheidung über den Start erst nach einem Belastungstest am Vormittag gefallen. „Der Slalom von Flachau gehört zu meinen Lieblingsrennen. Ich werde auf die Zähne beißen“, hatte sie anschließend mitgeteilt. Die Verletzung hatte sie am Sonntag im ersten Durchgang beim Slalom von Courchevel erlitten.

Das gute Ergebnis für den Deutschen Skiverband (DSV) rundeten Christina Geiger und Lena Dürr ab. Geiger (Oberstdorf/2,41 Sekunden zurück) belegte einen beachtlichen elften Rang. Auch Dürr (Germering/2,67), zuletzt schon Achte in Courchevel, machte erneut auf sich aufmerksam und fuhr von Rang 26 nach dem ersten Lauf noch auf den 15. Platz vor.

Katharina Dürr (Germering), Veronika Staber (Samerberg-Törwang), Barbara Wirth (Lenggries) und Nina Perner (Karlsruhe) hatten den zweiten Lauf verpasst, Fanny Chmelar (Partenkirchen) war nachträglich disqualifiziert worden.