"Auszeit"

Hertha und St. Pauli brauchen neue Vereinshymnen

Ohne eine markante Einlaufhymne geht gar nichts. Doch die von Hertha BSC und dem FC St. Pauli wollen nicht mehr recht passen. Wir haben ein paar Vorschläge.

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John McDonald hat eine Lieblingszahl: 180, oder wie der Londoner mit tiefem Bass dröhnend verkündet: Onehundredandeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiightyyy! Der 40 Jahre alte McDonald ist gerade mal wieder als Ansager bei der Darts-WM im Einsatz und kann reihenweise Volltreffer bejubeln.

In seinem Sport genießt er Kultstatus wie Ringsprecher Michael Buffer bei den Boxern. Aus eben diesem Grunde gab McDonald dem englischen TV-Sender Sky-Sports nun ein Interview. Es geht um dies und das und am Ende bittet ihn die Journalistin um ein paar Tipps, wie unbekannte Nachwuchsspieler zu weltberühmten Dart-Ikonen wachsen können.

„Haus der Lüge“ wäre passender

Quintessenz dieses Ratgebers: Ohne eine markante Einlaufhymne geht gar nichts. Phil Taylor sei erst zum größten Spieler aufgestiegen, seitdem „I've got the power“ von Snap! bei seinem Einmarsch in die Arena laufe. „Und wenn Du aus Holland kommst, musst Du auf jeden Fall einen Techno-Song nehmen. Das passt zu den Niederlanden, und den Zuschauern gefällt es sowieso“, rät McDonald mit etwas eigener Logik.

Offen bleibt, warum dann vor Herthas Heimspielen weiterhin der Song von Klub-Barde Frank Zander gespielt wird und nicht „Haus der Lüge“ von Einstürzende Neubauten. Vielleicht dürfen ja anlässlich des Pokalspiel gegen Kaiserslautern heute ausnahmsweise mal die Broilers mit „Sag die Wahrheit“ ran.

Besonders wahrscheinlich ist das allerdings nicht. Eher noch tauschen sie beim FC St. Pauli die traditionelle AC/DC-Hymne „Hells Bells“ gegen „Flying through the air“ von den italienischen Brüdern Guido und Maurizio De Angelis, die schon zahlreichen Bud-Spencer-Filmen die Titelmusik gaben.

Die Pauli-Fans jedenfalls haben ihre Präferenz vor zwölf Monaten mit einem halbvollen Bierbecher und gegen Frankfurt nun mit einer Kassenbonrolle mehr als deutlich gemacht . John McDonald zufolge ist damit die Entscheidung praktisch gefallen.