Handball

Norwegens Frauen machen Titel-Hattrick perfekt

Olympiasieger, Europameister und jetzt auch noch Weltmeister - Norwegens Handballerinnen sind die Königinnen der Welt.

Mit dem 32:24 im Finale gegen Frankreich machte das Team von Trainer Thorir Hergeirsson als zweite Mannschaft nach Dänemark

1996/1997 bei der WM in Brasilien das Triple perfekt. Im gesamten Turnierverlauf verloren die Norwegerinnen nur das erste ihrer insgesamt neun Spiele - ausgerechnet gegen Deutschland, das am Ende auf einem debakulösen 17. Platz landete.

In einem würdigen Finale vor 4000 Zuschauern in Sao Paulo unterstrichen die schier unbesiegbaren Norwegerinnen erneut ihre Ausnahmestellung im Frauenhandball und ließen Frankreich nicht den Hauch einer Chance. „Wir können noch gar nicht fassen, was hier heute passiert ist. Es ist einfach großartig und überragend", sagte Torhüterin Kari Grimsb .

Norwegen ist auf dem Weg nach London das Maß aller Dinge. Die Souveränität, mit der die Skandinavierinnen ihren zweiten WM-Titel nach 1999 holten, überraschte dennoch. Immerhin fehlten in Brasilien Gro Hammerseng (Schwangerschaft) und Tonje Larsen (Verletzung), zwei Top-Stars allererster Güte. „Wir haben im Turnierverlauf eine erstaunliche Entwicklung durchlaufen. Aber meine Mannschaft wollte unbedingt gewinnen, und wenn sie das will, gewinnt sie auch meistens", sagte Trainer Hergeirsson.

Angeführt von All-Star Heidi Loke überrollte Norwegen nach dem Betriebsunfall zum Auftakt gegen die deutsche Mannschaft (28:31) die Konkurrenz mit gnadenlosem Tempo und einer unglaublichen Wurfeffektivität. Gepaart mit dem Glauben an die eigenen Stärken war so auch das Finale bereits zur Halbzeit entschieden. Frankreich konnte den Ausfall von Spielmacherin Allison Pineau zu keiner Zeit kompensieren und war komplett chancenlos. Trainer Olivier Krumbholz musste nach dem Schlusspfiff ernüchtert feststellen: „Die Norwegerinnen hatten keine Angst vor uns. Sie waren einfach stärker."

Für Frankreich steht damit nach 2009 wieder nur der zweite Platz zu Buche. Zudem verpasste die Grande Nation den direkten Weg nach London und muss nun im Frühjahr bei einem der drei Qualifikationsturniere um das Ticket nach London kämpfen. Immerhin darf Frankreich als Endspielteilnehmer eines der drei Turniere ausrichten. Die anderen beiden finden in Dänemark und Spanien statt.

Dank des norwegischen WM-Titels ist auch Nachbar Schweden als unterlegener Finalist der EM 2010 sicher bei Olympia dabei. „Ich gehe davon aus, dass wir ein richtig großes Weihnachtsgeschenk bekommen", sagte Hergeirsson mit einem breiten Grinsen. Er kann dem olympischen Turnier gelassen entgegenblicken, seine Mannschaft wird dort kaum zu schlagen sein. Mit der Rückkehr von Hammerseng und Larsen kommen zwei echte Führungsspielerinnen zurück ins Team, das damit in London noch stärker sein wird.