0:5 auf Schalke

Werders Champions-League-Traum ist unrealistisch

Und wieder eine Klatsche: Werder Bremen ging auf Schalke mit 0:5 unter und rätselte einmal mehr über seine Auswärtsschwäche.

Nach dem Deja-vu-Erlebnis auf Schalke flüchtete sich Klaus Allofs ins Galgenhumor. „Man könnte eine Auswärtsmannschaft verpflichten. Die Heimmannschaft ist ja in Ordnung“, sagte der Sportdirektor von Werder Bremen, als er nach dem 0:5 (0:2) bei Schalke 04 nach möglichen Verstärkungen in der Winterpause gefragt wurde.

Wieder einmal waren die Hanseaten in der Fremde regelrecht überrollt worden. 1:14 Tore in den letzten drei Auswärtsspielen sprechen eine deutliche Sprache. Platz fünf nach der Hinrunde ist weniger der eigenen Stärke, als vielmehr der Schwäche der Konkurrenz geschuldet.

„Die Leistung war indiskutabel“, stellte Trainer Thomas Schaaf zerknirscht fest, nachdem sein Team vor 61.673 Zuschauern in der ausverkauften Schalker Arena allenfalls in fünf von 90 Minuten Torgefahr und die Qualitäten einer Spitzenmannschaft aufblitzen ließ. „Auswärts kriegen wir es einfach nicht gebacken“, fügte er hinzu.

Am Ende durfte sich Schaaf sogar noch beim Geburtstagskind Tim Wiese bedanken. Der Nationaltorwart, der am Samstag 30 wurde, verhinderte mit einigen Glanzparaden eine noch deftigere Pleite. Den Dreierpack von Raul (16., 20. und 63.) sowie die Treffer von Kyriakos Papadopoulos (67.) und Klaas-Jan Huntelaar (70.) konnte er, von seinen Vorderleuten schmählich im Stich gelassen, nicht verhindern.

Gegen die wie entfesselt aufspielenden Schalker hatte Schaaf es mit einer defensiveren Ausrichtung versucht. Sebastian Prödl sollte auf der rechten Außenverteidigerposition die starke linke Seite der Königsblauen mit Jose Manuel Jurado und seinem Landsmann Christian Fuchs ausbremsen. Doch der Österreicher war hoffnungslos überfordert, lief ständig hinterher und blieb zur Halbzeit in der Kabine.

Doch auch mit Marko Arnautovic als dritter Spitze gelang nicht mehr als ein fünfminütiges Strohfeuer nach der Pause, als kurz der Anschlusstreffer im Bereich des Möglichen lag. Danach lief alles wie vorher: Werder ging im Schalker Angriffswirbel unter.

Alarmierend ist für die Bremer vor allem ihre Bilanz gegen die Topteams der Bundesliga: Fünf Niederlagen mit 1:17 Toren stehen aus den fünf Duellen mit den Klubs aus dem oberen Tabellendrittel zu Buche. So ist der Traum von der Champions League völlig unrealistisch.

Das Problem des Tabellenfünften ist, dass er außer Torjäger Claudio Pizarro keine Spieler von außergewöhnlichem Format im Team hat - stattdessen nur viel Bundesliga-Durchschnitt. Auf Schalke fehlte dem Peruaner die Unterstützung seiner Nebenleute völlig. Neidisch schaute er auf seinen königsblauen Kontrahenten Klaas-Jan Huntelaar, der nicht nur einen überragenden Raul an seiner Seite hatte, sondern auch einen spielstarken Stürmerkollegen Teemu Pukki, einen endlich überzeugenden Edeltechniker Jurado und einen präzisen Flankengeber Fuchs.

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