Weiter ungeschlagen

Finks Serie mit dem HSV hält auch gegen Augsburg

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Im Heimspiel gegen Aufsteiger FC Augsburg verschenkt der Hamburger SV zwei Punkte. Doch kurz vor Weihnachten war Trainer Thorsten Fink milde gestimmt.

Schöne Bescherung für den Hamburger SV, doch Thorsten Fink spielte den gütigen Weihnachtsmann und ließ nach dem enttäuschenden 1:1 (0:0) gegen Neuling FC Augsburg verbal die Rute im Sack. „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, aber ansonsten nicht viel falsch gemacht. Da gibt es nicht viel zu meckern“, sagte der HSV-Trainer und erntete für diese vorweihnachtliche Festtagsmilde sogar bei seinem Kapitän Unverständnis. Heiko Westermann mit gereiztem Ton dazu: „Wir haben Geschenke verteilt, unnötigerweise.“

Zwar blieb der neue Coach auch im neunten Pflichtspiel ungeschlagen, doch mit 19 Punkten aus 17 Spielen haben sich die Hanseaten da etabliert, wo niemand gern stehen möchte - im grauen Niemandsland der Tabelle. Für den Abstieg zu stark, für die Europa League zu schwach - daran wird sich wohl auch in der Rückrunde nicht viel ändern. Auch Fink weiß, wohin die Reise der Norddeutschen gehen wird: „Wir werden kein anderes Saisonziel ausgeben als einen gesicherten Mittelfeldplatz.“

Der Aufsteiger hingegen hat von Januar bis Mai noch einen spannenden Ligatrip vor sich. Von Spiel zu Spiel fühlt sich der FCA wohler in seinem neuen Umfeld und er hat sich mit dem 17. Tabellenrang alle Optionen offengehalten, in der Liga zu bleiben, was für Trainer Jos Luhukay „etwas eigentlich Unmögliches“ ist. Doch zum Nicht-Abstiegsplatz 15 fehlen ganze drei Punkte und das Team glaubt an die Chance auf den Klassenerhalt. Torhüter Mohamed Amsif: „Wir müssen uns vor niemandem in die Hose machen.“

Der Marokkaner auf jeden Fall ist angekommen in Deutschlands Elite-Liga und brachte den HSV und 48.143 Zuschauer schier zur Verzweiflung. Neunmal rettete der 22-Jährige in allerhöchster Not, nur gegen einen Kopfball des Peruaners Paolo Guerrero (67.) war er machtlos. Fünf Minuten zuvor hatte Torsten Oehrl die Gäste mit dem ersten Bundesligator seiner Karriere überraschend in Führung gebracht.

Zu denen, die an Amsif, der in dieser Woche seinen Vertrag bis 2014 verlängert hatte, gescheitert waren, gehörte auch Mladen Petric. Der HSV-Torjäger konnte kaum fassen, was er und seine Teamkollegen mit einer Mischung aus Unvermögen und Unglück vor dem Augsburger Tor fabrizierten: „Der Ball wollte einfach nicht rein, so viel Pech in einem einzigen Spiel habe ich selten erlebt.“

Der größter Pechvogel des Tages war bei den Hamburgern indes Marcus Berg. Der Schwede, gerade einmal zehn Minuten auf dem Platz, fiel bei einem sehenswerten Fallrückzieher so unglücklich auf die rechte Schulter, dass er wegen eines Schlüsselbeinbruchs ausgewechselt, ins Krankenhaus gebracht und operiert werden musste.

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( sid/jr )