Biathlon-Weltcup

Deutscher Überraschungssieg – Neuner nur Zwölfte

Dank eines tollen Schlussspurts sorgt Andreas Birnbacher in Hochfilzen für den ersten Weltcup-Sieg der deutschen Biathlon-Männer in dieser Saison.

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Sensationssieger Andreas Birnbacher nahm nach seiner grandiosen Aufholjagd noch immer Glückwünsche entgegen, da kam die verletzte Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner im dichten Schneegestöber als geschlagene Zwölfte ins Ziel. Ein Hexenschuss stoppte die 24-Jährige aus Wallgauer in ihrem letzten Rennen des Biathlon-Jahres im Kampf um den erhofften Podestplatz. „Lena hatte schon am Abend über Beschwerden geklagt. Vor allem im Stehendschießen hatte sie Probleme, in den Anschlag zu gehen“, sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Sechs Fehler waren im Verfolgungswettbewerb von Hochfilzen (Österreich) zu viel für Neuner, die von Rang vier ins Rennen gestartet war. Am Ende betrug der Rückstand auf die russische Siegerin Olga Saizewa 2:18,4 Minuten. Immerhin das Gelbe Trikot der Weltcup-Führenden darf Neuner mit in die Weihnachtspause nehmen. Und in Andrea Henkel als Sechste lief auch eine deutsche Biathletin in die Top-Ten.


Frauen im Schatten der Männer

In den Schatten gestellt wurden die Frauen ausnahmsweise von ihren männlichen Kollegen um Andreas Birnbacher. „Das war ein cooles Rennen. Zum Schluss war es sehr hart. Ich habe mich super gefühlt und hatte super Ski“ sagte der strahlende Sieger. Der Bayer war mit einer furiosen Aufholjagd von Platz 26 zu seinem zweiten Weltcuperfolg gestürmt und hatte im Schlussspurt nach 12,5 km sogar Altmeister Ole Einar Björndalen (Norwegen) geschlagen.

Den Grundstein zum Erfolg legte Birnbacher mit einem fehlerfreien Schießen. „Das habe ich von der Konzentration her super hingekriegt. Viermal Null ist hervorragend“, sagte Birnbacher, der auf der Schlussrunde dann auch seine starke Laufform bewies. Mehrmals ermutigten die Betreuer am Streckenrand Birnbacher lautstark zu einer Attacke.

Doch die ließ bis zur Zielgeraden auf sich warten. „Das war extrem schwierig, weil keiner die Führung übernehmen wollte. Von vorne habe ich dann einfach versucht, niemanden mehr vorbeizulassen“, erklärte Birnbacher. Für den Sportsoldaten war er der zweite Weltcuperfolg nach seinem Sprintsieg in Oslo im März.

Birnbachers Teamkollegen blieben dagegen hinter den Erwartungen zurück. Florian Graf (Eppenschlag/3) verbesserte sich immerhin von Platz 23 auf Rang 18. Simon Schempp (Uhingen), der nach Platz vier im Sprint mit Hoffnungen auf einen Podestplatz in die Verfolgung gestartet war, fiel mit sechs Schießfehlern auf Platz 22 zurück. Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) lief mit drei Fehlern von Rang 46 auf Platz 27. Michael Greis (Nesselwang) ging nach seinem enttäuschenden 53. Platz im Sprint wegen Müdigkeit nicht an den Start.

Bei den Frauen gab sich Andrea Henkel auch mit Platz sechs zufrieden. „Es ist schön, wenn man in der Verfolgung nach vorne kommt. Am Schießstand habe ich versucht, weniger nachzudenken als zuletzt. Mit einem Fehler hat das gut geklappt“, sagte die 34 Jahre alte zweifache Olympiasiegerin.

Für die gesundheitlich angeschlagene Neuner ging es dagegen schon früh nach hinten. Nach einem fehlerfreien Auftakt ließ sie in den drei übrigen Schießeinlagen jeweils zwei Scheiben stehen und beendete ihr Jahr mit dem schwächsten Saisonergebnis. Auf den Einsatz in der abschließenden Mixed-Staffel am Sonntag (14.30 Uhr/ZDF un Eurosport) verzichtet Neuner wegen ihrer Teilnahme an der Festgala zur Wahl der Sportler des Jahres in Baden-Baden.

Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/2 Fehler) wurde in der Verfolgung 23., Miriam Gössner (Garmisch/5) verbesserte sich um 14 Positionen auf Platz 28 und Nadine Horchler (Willingen/3) erreichte Rang 35. Einzel-Vizeweltmeisterin Tina Bachmann (Schmiedeberg) war nicht zum Rennen angetreten.