Spitzenspiel auf Schalke

Werder Bremen will endlich einen Großen schlagen

Letzter Versuch: Werder Bremen mischt in der Bundesliga oben mit, hat gegen die Spitzenteams bisher aber nur verloren. Das soll sich bei Schalke 04 ändern.

In Bremen hängt dieses Werbeplakat, auf dem Werders Top-Stürmer Claudio Pizarro mit ausgestrecktem Zeigefinger auf seinen Betrachter zeigt. „Ich will dich“, ist darauf zu lesen und soll eigentlich Fans animieren Mitglied im Klub zu werden. Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel bei Schalke 04 müsste die Botschaft von Pizarro aber eher lauten: „Ihr braucht mich“.

Pizarro ist in dieser Saison Werders einziger Spieler von außergewöhnlichem Format. Zwölf Tore hat er bereits erzielt, sieben weitere vorbereitet. Und so ruhen vor dem Bundesliga-Spitzenspiel beim Pokalsieger am Samstag (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) die Bremer Hoffnungen, endlich einmal gegen eine Top-Mannschaft zu gewinnen, auf Pizarro.

„Er hat die Qualität, entscheidende Tore zu schießen - nicht das dritte, vierte oder fünfte“, sagte Trainer Thomas Schaaf mit Blick auf die erschreckende Bilanz seines Teams gegen die anderen fünf Mannschaften aus dem Spitzen-Sextett der Liga (1:12 Tore, null Punkte).

„Wir haben in diesen Spielen riesige Fehler gemacht“, sagte Schaaf. Und Geschäftsführer Klaus Allofs meinte: „Ich hoffe, wir haben daraus gelernt. Ich bin sehr gespannt.“ Mit einem Sieg würde Werder in der Tabelle an den Königsblauen vorbeiziehen. Angesichts der Gegentor-Flut hofft Allofs, dass die Bremer „dem Gegner nicht so viele Möglichkeiten geben werden. Das streben wir an.“

Respekt vor Huntelaar

Allerdings hat der Gegner auch einen Klassestürmer in seinen Reihen: Klaas-Jan Huntelaar (14 Saisontreffer). Schaaf hat großen Respekt vor dem Niederländer: „Manchmal denkt man, er ist nicht unbedingt im Spiel. Aber er weiß genau, welche Situationen für ihn wichtig sind. Und darauf lauert er.“

Doch wenn bei diesem Top-Duell der Dritte den Fünften empfängt, stehen nicht nur die Knipser im Vordergrund.

Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand hat sich unter der Woche in der Europa League gegen Maccabi Haifa (3:0) spektakulär zurückgemeldet. Und meldet nun seine Ansprüche auf den Platz zwischen den Pfosten an: „Ich bin ungeduldig, will wieder in der Bundesliga spielen. Jetzt entscheidet der Trainer, ich möchte den nächsten Schritt machen.“ Forsche Töne, die den Konkurrenzkampf mit Lars Unnerstall weiter anheizen.

Schalke-Manager Horst Heldt sieht in dem Torhüter-Duell kein Problem - er freut sich sogar darüber. „Das ist gut für uns, deshalb haben wir Timo Hildebrand ja geholt. Lars Unnerstall hat sich enorm entwickelt. Doch wir wollen und brauchen diesen Konkurrenzkampf.“

"Wir haben einen Fahrplan"

Während bei Schalke das Torwart-Duell noch das größte „Problem“ ist, steht Werder bei Schalke vor einem letzten Test in dieser Hinrunde: Können die Hanseaten wirklich bis zum Schluss um die Champions-League-Plätze mitspielen?

Aber es geht nicht nur um die rein sportliche Perspektive. Ein Sieg würde zudem die Chancen des Klubs verbessern, die auslaufenden Verträge mit Leistungsträgern wie Tim Wiese (feiert am Samstag seinen 30. Geburtstag) und Pizarro zu verlängern.

„Es ist unwahrscheinlich, dass da in diesem Jahr noch etwas passiert“, sagte Allofs, „wir haben einen Fahrplan. In einigen Fällen haben auch schon Gespräche mit den Spielern oder deren Beratern stattgefunden.“

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