"Auszeit"

Vergesst Heiner Brand, hier kommen "De Höhner"!

Headhunter suchen einen neuen Präsidenten für den 1. FC Köln. Warum nimmt der Verein nicht gleich die lokalpatriotischste Band Kölns?

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Was wäre die Bundesliga ohne ihre Zettel und Listen. Es gab den Zettel-Ewald in Rostock und verschiedene Trainerlisten in München, eine der berühmtesten davon mündete in einer ganzen Zettelwirtschaft. 2009 schrieben die Bayern-Chefs am runden Tisch den Namen ihres Wunschkandidaten verdeckt auf ein Stück Papier, dann wurde es umgedreht – und Louis van Gaal engagiert.

Beim 1. FC Köln, wo bekanntlich vieles ein bisschen anders ist, geht es nicht ganz so unbürokratisch zu. Nach Wolfgang Overaths Abgang gibt es jetzt eine Präsidentennamensliste, und wer irgendwann einmal einen Ball in den Händen hielt und einen „Halven Hahn“ bestellte, ist schon so etwas wie der gefühlte Verhandlungsführer für den FC beim nächsten Poldi-Poker.

Wie anders ist es zu erklären, dass die Namen von Heiner Brand und Michael Schumacher auf dieser Liste auftauchen? Für das Casting wurde ein Listenbeauftragter auserkoren. Der Kandidat wird über einen Personalvermittler rekrutiert. Dessen Losung ist tatsächlich schlicht: Fußballverrückt muss der neue Boss sein und die kölsche Lebensart kennen.

Die Schnittmengen sind denkbar groß, das Interesse aber gering, musste der Headhunter feststellen, nachdem er den Wunschzettel ausgehängt hatte. Ford-Chef Bernhard Matthes sagte ab, und der Mittelsmann redete die Chancen auf einen FC-Präsidenten Brand oder Schumacher ganz klein.

Nun wird die Liste weiter abgearbeitet. Als nächstes sollen „De Höhner“ dran sein, die haben mit ihrem Song „Mer stonn zo dir FC Kölle“ schon vor Jahren ihre Bewerbung abgegeben. Damit wäre dann wohl endgültig der Geißbock zum Gärtner gemacht worden.