"Auszeit"

Nie wieder Weihnachtsgans und Plätzchen

Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist Vorreiter in Sachen gesunder Ernährung. Und ihr Koch weiß schon, wie er den Rest der Bevölkerung disziplinieren will.

Foto: dpa / dpa/DPA

So richtig fettig musste das Eisbein sein, damit es Sepp Maier mundete, Leistungssport hin oder her. Und weil es ihm Nationalmannschaftskoch Hans-Georg Damker immer so vorzüglich zubereitete, durfte er nach gewonnenem WM-Titel 1974 zum Dank mit auf die Ehrenrunde. Nun könnte eingewendet werden, bei einem Torwart ist der üppige Fettgehalt doch eher zweitrangig. Aber das sind Ansichten längst vergangener Zeiten, allen Schokobrotaufstrichwerbungen zum Trotz.

Mittlerweile geht es im Profifußball strikt gesund zu. Köche, Ernährungsberater, wöchentliches Wiegen, mindestens. Und wer dem Fast Food allzu sehr zugeneigt ist, muss gar mit seiner Ausbootung rechnen, selbst beim 113. der Weltrangliste. In Aserbaidschan hat Berti Vogts einst einen Sünder suspendiert, weil der wegen Burger und Pommes langsamer als der Nationaltrainer selbst wurde.

Bis zu zehn Prozent lassen sich mit der Ernährung noch rausholen, sagen Wissenschaftler. Deswegen auch die strikten Vorgaben: Gemüse, Obst, Fisch, mageres Fleisch. Damit es in der Bayern-Kantine Kaiserschmarrn gebe, müssten die Münchner wohl dreimal in Folge die Champions League gewinnen, hat Bastian Schweinsteiger geunkt.

Miroslav Klose, der Ernährungsexperte

Dabei ist die Spielergeneration von heute doch so herrlich diszipliniert, das hat Nationalmannschaftskoch Holger Stromberg nun bei Sky ausgeplaudert. Miroslav Klose etwa sei ein wahrer Fachmann auf diesem Gebiet, penibel bis ins Detail. Seit er im Sommer nach Rom gegangen ist, habe er das Glas Rotwein zum Abendessen entdeckt. „In Italien wird das ja so gemacht. Und das scheint auch gut zu funktionieren“, sagt Stromberg.

Wie anders lassen sich auch sonst Kloses zwei Tore bei Lazio Roms 3:2 am Wochenende in Lecce erklären? „Klosissimo“, loben Italiens Gazetten den immer fitten 34-Jährigen, der ganz nach Strombergs Credo lebt. Doch dessen Visionen enden nicht bei der Nationalmannschaft. Dort habe das Umdenken ja bereits stattgefunden, sagt Stromberg. Und das „wird sich auch irgendwann auf den Otto-Normal-Verbraucher auswirken.“ Sie werden schon sehen! Weihnachtsgans, Plätzchen? Es wird die Zeit kommen, da werden Sie dem freiwillig abschwören. Bestimmt!