Biathlon

Platz drei – Neuner gehen im Zielspurt die Kräfte aus

Weltcup-Spitzenreiterein Magdalena Neuner belegt beim Jagdrennen der Biathletinnen in Hochfilzen Rang drei. Auch zwei deutsche Männer holen Top-Ten-Plätze.

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Ganze 3,1 Sekunden fehlten Magdalena Neuner zum dritten Saisonsieg. Die Biathlon-Rekordweltmeisterin wurde im Zielspurt des Jagdrennens in Hochfilzen von Darja Domratschewa und Olga Saizewa abgehängt, lief aber als Dritte erneut auf das Podest. „Ich habe auf der Schlussrunde gemerkt, dass heute die Kraft nicht reicht, aber es war trotzdem ein gutes Rennen“, sagte Neuner, die nach dem fünften Podestplatz im fünften Saisonrennen mit 264 Punkten weiter souverän das Gelbe Trikot der Weltcup-Führenden behauptet.

Einen Tag nach seinem siebten Sprintplatz schaffte Nobody Florian Graf als Achter vor seinem Teamgefährten Arnd Peiffer erneut den Sprung in die Top Ten. Nach 12,5 Kilometern der Männer gewann Doppelweltmeister Emil Hegle Svendsen den Zielsprint gegen seinen norwegischen Teamgefährten und Weltcup-Titelverteidiger Tarjei Bö mit einer Zehntelsekunde Vorsprung. Dritter wurde wie bereits im Sprint der Schweizer Außenseiter Benjamin Weger.

Bis zum letzten Schießen sah Magdalena Neuner wie die sichere Siegerin der 10-Kilometer-Jagd aus. Nach 15 fehlerfreien Schüssen verfehlte die 24-Jährige dann aber zwei der letzten fünf Ziele und musste deshalb zwei 150 Meter lange Strafrunden drehen. „Ich wollte es perfekt machen, hatte gedacht, dass es schon cool wäre, wenn ich ohne Fehler durchkommen würde. Das Stadion war so leise. Da muss man schon verdammt cool sein, wenn man die Nerven behält.“ Das schaffte Magdalena Neuner diesmal nicht, musste deshalb Darja Domratschewa und Olga Saizewa aufschließen und im Endspurt auch vorbei ziehen lassen.

Hinter dem Spitzentrio lieferte Andrea Henkel an ihrem 34. Geburtstag eine ganz starke Vorstellung ab und belegte Platz vier. „Ich gehe jetzt rasch noch etwas einkaufen, damit wir heute abend noch anstoßen können“, erzählte Henkel im Anschluss im ARD-Interview. Tina Bachmann (Schmiedeberg) kam als 14. noch im Spitzenfeld ein.

„Ich freue mich riesig, es hier zum zweiten Mal hintereinander in die Top Ten geschafft zu haben. Ski, Tagesform und Schließleistung haben optimal zusammen gepasst“, sagte Florian Graf (Eppenschlag), der erneut Bester einer diesmal starken deutschen Männermannschaft war. „So stark und leistungsmäßig dicht zusammen war unser Team noch nie“, ergänzte Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld). Der Sprint-Weltmeister lieferte als Neunter seine bislang beste Saisonleistung ab.

Der nach Sprintplatz 27 mit 1:13 Minuten Rückstand gestartete Altenberger Michael Rösch lief bei seinem Comeback im Weltcup nach fast zweijähriger Krise auf Rang zwölf vor und fand: „Ein richtig geiles Rennen. Ich bin überglücklich, so weit nach vorne gekommen zu sein.“ Auch Andreas Birnbacher (Schleching/15.), Simon Schempp (Uhingen/16.) und Michael Greis (Nesselwang/19.) klassierten sich im Vorderfeld ein. Im Gesamtweltcup übernahm der diesmal viertplatzierte schwedische Sprintsieger Carl Johan Bergman mit 225 Punkten die Führung vor dem punktgleichen Svendsen.