Biathlon

Neuner beginnt die Abschiedstournee mit einem Sieg

Drei Tage, nachdem sie ihren Rücktritt zum Saisonende angekündigt hat, gewinnt Magdalena Neuner zum Auftakt des Weltcups in Hochfilzen den Sprint souverän.

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Zweiter Saisonsieg eingefahren, Führung im Gesamtweltcup ausgebaut: Befreit von den schweren Last der vergangenen Tage hat Biathlon-Königin Magdalena Neuner auf der ersten Station ihrer Abschiedstournee den 26. Weltcupsieg gefeiert. Drei Tage nach der Rücktrittsankündigung zum Saisonende zwang die Rekordweltmeisterin beim Sprint in Hochfilzen/Österreich die Konkurrenz erneut eindrucksvoll in die Knie und landete im vierten Saisonrennen zum vierten Mal auf dem Podest.

„Das fühlt sich super gut an“, sagte die 24 Jahre alte Wallgauerin: „Ich bin befreit an den Start gegangen und hatte keine Last mehr auf den Schultern zu tragen. Ich habe mich einfach auf mich selbst und meine Stärken konzentriert.“

Nach einer fehlerfreien Leistung am Schießstand und einer ordentlichen Laufleistung verwies die Doppel-Olympiasiegerin bei perfekten Bedingungen im Sprint über 7,5 km in 21:09,2 Minuten die finnische Verfolgungs-Weltmeisterin Kaisa Mäkäräinen (14,9 Sekunden zurück/1 Fehler) und die russischen Staffel-Olympiasiegerin Olga Saizewa (22,7/1) auf die Plätze.

„Die letzten Tage waren nicht einfach für mich und haben mich viel Kraft gekostet“, sagte Neuner, die am Dienstag auf ihrer Homepage das Ende ihrer Karriere im März 2012 verkündet hatte . Trotzdem habe sie während des Rennens kaum an die Zukunft gedacht: „Ich kann jetzt wieder ganz befreit an den Start gehen.“ Lob gab es dafür auch von Bundestrainer Gerald Hönig: „Heute hat Magdalena gezeigt, dass sie eine besondere Sportlerin ist.“

Die zweimalige Gewinnerin des Gesamtweltcups geht nach ihrem Erfolg als Erste ins Verfolgungsrennen am Samstag (14.00 Uhr/ARD und Eurosport). „Ich werde mein Rennen machen, am Schießstand meine Arbeit verrichten, und dann sehen, wo ich lande“, sagte Neuner.

Auch Andrea Henkel (Großbreitenbach/0 Fehler) überzeugte am Schießstand und lief als Achte in die Top Ten, Einzel-Vizeweltmeisterin Tina Bachmann (Schmiedeberg/2) kam als 14. in die Top 20. „Ich habe mich heute nicht so gut gefühlt, das war einer diesen Tage, an denen es bei mir nicht läuft. Immerhin lief es am Schießstand besser“, sagte Henkel.

Carolin Hennecke (Willingen/0) überzeugte bei ihrem Weltcup-Debüt mit einem fehlerfreien Schießen und Platz 25, während Kathrin Hitzer (Gosheim/2), die in Hochfilzen ihre Schwangerschaft bekannt gegeben hatte, als 43. ein durchwachsenes Saisondebüt gab. „Läuferisch habe ich mich schwer getan“, sagte Hennecke. Miriam Gössner (Garmisch) schoss fünf Fahrkarten und belegte nur Rang 45.

Zuvor hatte Florian Graf aus Eppenschlag nach fehlerfreiem Schießen bei den Männern mit Rang sieben die beste Weltcup-Platzierung seiner Karriere gefeiert. „Ich bin richtig zufrieden. Mein Ziel ist es, dauerhaft im Weltcup dabei zu sein und vielleicht auch bei der WM in Ruhpolding“, sagte Graf: „Die Null im Liegendschießen habe ich für die Psyche gebraucht, weil ich wusste, dass ich im Stehendanschlag null Fehler schießen kann.“

Den Sieg sicherte sich der Schwede Carl Johan Bergman in 24:41,9 Minuten vor Andrej Makowejew (Russland/9,2 Sekunden zurück) sowie dem Schweizer Benjamin Weger (19,6) und geht beim Verfolgungsrennen über 12,5 km am Samstag (11.00 Uhr/ARD und Eurosport) als Erster in die Loipe.

Nach seinem sechsten Platz von Östersund patzte Andreas Birnbacher (Schleching/2 Fehler) beim ersten Schießen, schob sich aber mit der viertbesten Laufleistung aller Starter auf Rang elf.

Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/1) als 18. und der Turiner Dreifach-Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang/1) als 20. kamen ebenso unter die besten 30 wie Michael Rösch (Altenberg/1), der bei seinem Comeback als 27. vor Simon Schempp (Uhingen/1) landete, der 32. wurde.

Rösch ärgerte sich nach überstandenem Formtief und fast zwei Jahren Abstinenz im Weltcup über seinen Schießfehler. „Trotzdem überwiegt die Freude, wieder dabei zu sein. Es ist schön, die Schmerzen in der Loipe wieder zu spüren“, sagte der Sachse dem SID. Herren-Bundestrainer Mark Kirchner war mit dem Gesamtergebnis zufrieden, „auch wenn der Ausreißer nach oben noch fehlt“.