Remis in Genk

Bayer Leverkusen verspielt den Gruppensieg

Der erste Auswärtspunkt beim KRC Genk in dieser Champions-League-Saison reichte Bayer Leverkusen nicht. Die Werkself geht als Gruppenzweiter ins Achtelfinale.

Bayer Leverkusen hat den Gruppensieg in der Champions League und damit eine komfortable Ausgangsposition für die Achtelfinal-Auslosung leichtfertig verschenkt. Der deutsche Vizemeister kam zum Abschluss der Gruppenphase beim belgischen Champion KRC Genk nur zu einem 1:1 (0:1) und beendete die Vorrunde doch nur als Zweiter hinter dem FC Chelsea.

„Mit dem Ergebnis heute sind wir nicht zufrieden, weil es nicht für Gruppensieg gereicht hat. Mit der Leistung bin ich vor allem in der ersten Halbzeit nicht zufrieden. Die zweite Halbzeit war dann wesentlich besser, da hatten wir dann die Chancen, haben sie aber leider nicht genutzt. Heute ist der Ärger da, dass wir nicht Erster geworden sind. Andererseits haben wir uns in einer sehr starken Gruppe durchgesetzt“, sagte Bayer-Coach Robin Dutt.

Bayer, das seit elf Auswärtsspielen in der Königsklasse auf einen Sieg wartet und zuletzt im Oktober 2002 mit 2:0 bei Maccabi Haifa gewann, hatte sich bereits am vergangenen Spieltag durch ein 2:1 gegen Chelsea den Einzug in die nächste Runde gesichert.

Als Zweiter muss Leverkusen aber das Achtelfinal-Rückspiel auswärts bestreiten. Zudem dürfte der Gegner, der am 16. Dezember ausgelost wird, weitaus schwerer werden als er im Falle des Gruppensieges geworden wäre.

"Der Ärger überwiegt"

Vor 21.187 Zuschauern in der Cristal Arena hatte Jelle Vossen mit seinem Tor in der 30. Minute Hoffnungen auf den ersten Sieg von Genk überhaupt in der Champions League geschürt. Eren Derdiyok rettete mit seinem fünften Tor in den letzten drei Pflichtspielen (79.) zwar noch den ersten Auswärtspunkt der Rheinländer im laufenden Wettbewerb, der aber nicht zum Gruppensieg reichte.

Insgesamt enttäuschten die Gäste, die aufgrund ihrer drei Heimsiege gegen Valencia, Genk und Chelsea vorzeitig die Runde der letzten 16 Mannschaften erreicht hatten, nach zuvor fünf Pflichtspiel-Siegen in Folge.

„Es ist schön, dass wir uns für das Achtelfinale qualifiziert haben, aber heute überwiegt der Ärger“, sagte Kapitän Simon Rolfes: „Wir hatten gute Chancen auf den Gruppensieg, und der wäre wichtig fürs Achtelfinale.“ Derdiyok meinte: „Das 0:1 war ein Schock. Wir haben klar dominiert, aber es sollte eben nicht sein.“

Dabei hatte der Bundesligist in der ersten halben Stunde mehr vom Spiel. Die Mannschaft von Trainer Dutt dominierte den Gegner, der zuletzt drei Niederlagen in Folge kassiert hatte und in Valencia mit 0:7 unter die Räder gekommen war, zeitweise nach Belieben. Nach einer halben Stunde nutzte dann aber Vossen eine Unachtsamkeit in der Bayer-Abwehr und brachte Genk mit dem erst zweiten Treffer im laufenden Wettbewerb in Führung.

Nach Vorarbeit von Dugary Ndabashinze gelang Genks einziger Spitze das 1:0 mit einer sehenswerten Direktabnahme quasi aus dem Nichts. In der Folgezeit verhinderte Bayer-Torwart Bernd Leno einen höheren Rückstand des als Spitzenreiter angereisten Favoriten.

Drittes Remis für Genk

Bereits nach sieben Minuten hatte der Werksklub eine gute Gelegenheit, als Nationalspieler Andre Schürrle mit einem Freistoß aus 25 Metern KRC-Torwart Laszlo Köteles vor Probleme stellte. Sidney Sam brachte anschließend den zuletzt so treffsicheren Derdiyok in Position, der Schweizer verwertete dieses Zuspiel aber nicht. Derdiyok versuchte sich wenig später mit einem Freistoß, der Ball verfehlte aber um Längen das Ziel.

Die Belgier, die zu Hause gegen Valencia (0:0) und Chelsea (1:1) immerhin unentschieden gespielt hatten, verlegten sich vor eigenem Publikum auf Konter. Leno verlebte zunächst einen ruhigen Abend, ehe Vossen den Spielverlauf auf den Kopf stellte.

Nach dem Seitenwechsel war Bayer bemüht, aber da weder der zuletzt starke Michael Ballack noch Kapitän Simon Rolfes oder Schürrle das Zepter in die Hand nahmen, wurde der Achte der belgischen Liga zunächst nur selten in Verlegenheit gebracht. Nach Derdiyoks Ausgleich drängte Bayer mit Macht auf den Sieg, der Schweizer scheiterte aber bei einer weiteren Großchance an Köteles (82.).